Kommentar

Twinten Sie schon?

In der Stadt Zug können einige Parkplätze über die App Twint bezahlt werden. Das hat gegenüber Bargeld einen Vorteil, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der Zuger Zeitung, der Meinung. Ändern wird sich dadurch an der Kontrolle durch die Polizei aber nichts.

Harry Ziegler
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Bargeld ist grundsätzlich eine gute Sache. Wäre da nicht die dauernde Klauberei nach dem passenden Betrag. Zudem ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich ohne Bargeld aus dem Haus gehe und dann entweder mit Plastik bezahlen oder eine Kollegin oder einen Kollegen um etwas Münz bitten muss, wenn partout keine Maestro- oder Kreditkarten akzeptiert werden.

Die Rückzahlung des Münzdarlehens kann dann – sofern die Kollegin oder der Kollege über eine Bezahl-App wie Twint verfügt – bargeldlos direkt von einem aufs andere Konto erfolgen, einfach per Handy. Nun wird diese Zahlungsart in einem Pilotprojekt in der Stadt Zug getestet. Wie unsere Zeitung am Freitag meldete, wird die Möglichkeit, Parkgebühren via Twint zu bezahlen, in der Stadt in den kommenden Wochen nach und nach eingeführt. Weitere und grössere Städte sollen folgen.

Nun wäre die ganze Bezahlung via Twint-App auf dem Handy relativ reizlos, wenn man auch kontaktlos mit einer Kreditkarte bezahlen kann. Interessant wird die Bezahlart via Twint aber darum, weil man damit nur die Zeit bezahlt, während der das Auto auf dem Parkplatz abgestellt war. Ein allfälliges Guthaben kann man sich zurückerstatten lassen.

Und, ehrlich. Diese Art, Parkplatzgebühren zu zahlen, passt in die Stadt Zug. Zug ist jene Stadt, die Vorreiterin bei Zahlungen mit der Kryptowährung Bitcoin ist. Sie hat ebenfalls eine Vorreiter­rolle bei Abstimmungen mit der elektronischen Identität eingenommen. Nur eines wird sich auch trotz dieser neuen elektronischen Bezahlart nicht ändern: Die Zuger Polizei wird auch weiterhin Parksünder büssen.