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«Typisch Banker»

Zug um Zug
Christopher Gilb
Britische Banker mussten 2014 einen Rückgang der Boni um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Britische Banker mussten 2014 einen Rückgang der Boni um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Es wird vermutlich für die Staatsanwaltschaft nicht einfach, zu beweisen, ob Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz mit dem Verschweigen seiner finanziellen Beteiligungen und damit seiner Doppelrolle ein Gesetz gebrochen und nicht nur gegen Standesregeln verstossen hat. Doch unabhängig von der juristischen Bewertung, wie der CEO der Zuger Kantonalbank, Pascal Niquille, in unserer Zeitung in einem Artikel zur Affäre Vincenz richtig festgestellt hat, wird so ein Fall letztlich dem Ansehen der ganzen Branche schaden.

Denn mancher wird sich fragen, wieso diejenigen, die schon genug haben, anscheinend immer mehr wollen. Und falls Vincenz, für den die Unschuldsvermutung gilt, verurteilt wird: wieso jemand auf Tricks zurückgreift, die man eher von einem Strassengangster erwartet. Sie werden sagen: «Typisch Banker.» Die Mehrheit der Banker, die täglich sauber ihre Arbeit ausführt, wird sich darüber nerven. Umso wichtiger ist es, dass die Banken sich uneingeschränkt an der Aufklärung des Falls beteiligen. Nur so können sie, falls wirklich etwas dran ist, zeigen, dass es ein Einzelfall war und nicht etwas, das einfach zu ihrer Welt gehört.

Denn um den Ruf der Banker steht es nicht sehr gut, auch nicht in der Schweiz. «Die Gier nach dem schnellen Geld zerstörte im 21. Jahrhundert, was über Generationen aufgebaut worden war: das Vertrauen in die Bank», schrieb einst der ehemalige «Blick»-Chefredaktor René Lüchinger. Einer hatte jedoch einen guten Ruf. Er galt eben nicht als Gesicht der Zürcher Bahnhofsstrasse. Und gerade gegen den wird nun ermittelt: Pierin Vincenz. Die Affäre fällt in eine Zeit, in der Banken sowieso unter Druck kommen: Kryptowährungen werden beliebter. Sie sind umstritten, sie helfen aber vielleicht, den einen oder anderen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Doch ob die Banker ihren Ruf überhaupt je wieder herstellen können, bleibt dahingestellt. Zu viel wurde im Zuge der Finanzkrise kaputtgemacht. Vielleicht müssen sie sich deshalb mit dem bekannten Zitat trösten: «Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.»

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

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