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Leserbrief

Typisch SVP?

«SVP rechnet mit Regierungsrätin ab», Ausgabe vom 24. April

Es geht hier nicht um pseudofeministische Sprüche; aber die Art, wie die Aargauer SVP mit der Regierungsrätin aus ihrer Partei umspringt, erinnert doch an die Tatsache, dass sich die SVP weitaus am längsten gegen das Frauenstimmrecht gewehrt hat.

Was mit der angeblich von der Partei angebotenen «Hilfe» gemeint war, lässt sich leicht erraten: Die Regierungsrätin sollte sich von den im Sozialwesen fast immer pragmatischen Entscheidungen lösen, und ihre politische Entscheidungskompetenz dem Stammtischniveau anpassen. Wer das nicht macht, ist nur ein «halber Bundesrat» (Samuel Schmid) oder jetzt nur eine «halbe Regierungsrätin» (Franziska Roth).

Wenn jemand Hilfe braucht, so sind es jene Kantonalparteien der SVP, welche nicht begreifen wollen, dass Exekutivmitglieder nach erfolgreicher Wahl primär ihrem Amt und nicht dem Parteibüchlein verpflichtet sind. Gerade die jüngsten Wahlergebnisse sollten der SVP eigentlich zeigen, dass es nicht genügt, die Quotenfrau als «schwach» hinzustellen, hilfsbedürftig für das Trimmen auf eine Parteilinie, welche grundsätzlich nie hinterfragt wird.

Jürg Röthlisberger, Cham

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