Leserbrief
Überbrückungsrente streut Sand in die Augen

«Im Eiltempo gegen die SVP-Initiative», Ausgabe vom 5. März

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Eigentlich wäre das Thema eher die Erhöhung des Rentenalters aufgrund der höheren Lebenserwartung, aber die aktuelle Session der beiden Räte in Bern wird benutzt, um im Eiltempo eine «Scheinlösung» für das Problem der älteren Langzeitarbeitslosen durchzuboxen.

Obwohl die beiden Räte noch eine Riesendiskrepanz von 70 (SR) zu 270 (NR) Millionen je nach Ausgestaltung der sogenannten Überbrückungsrente haben, wäre ich nicht erstaunt, wenn am Schluss eine Einigung zu Stande käme. Denn es geht nicht um die betroffenen Menschen, sondern um den Abstimmungskampf gegen die SVP-Initiative welche im Mai zur Abstimmung gelangt.

Klar ist aber, dass wenn diese Überbrückungsrente kommt, viele Firmen noch weniger Skrupel haben werden, ihre älteren Arbeitnehmenden zu feuern, denn es gibt ja ein vom Steuerzahler finanziertes Auffangnetz für diese. Dass ergo die jetzt angenommenen Kosten für diese Rente explodieren werden, davon können Sie ausgehen.

Einfach gesagt, es wird einmal mehr für Millionen von Franken «Pflästerlipolitik» betrieben, anstatt die Ursachen des Problems anzugehen. Die Ursachen sind auf der einen Seite die höheren Lohnkosten bei älteren Arbeitnehmenden durch das Ansteigen der Pensionskassenbeiträge mit zunehmendem Alter, dieser Blödsinn gehörte schon lange korrigiert. Die zweite Ursache ist das Ersetzen der «teuren Alten» durch «billige Jüngere» welche «dank» der Personenfreizügigkeit aus dem EU-Raum zuwandern. Die erste Ursache muss von uns Politikern endlich erkannt und korrigiert werden. Das Ausmass der zweiten Ursache aber können Sie als Stimmbürger am 17. Mai mit einem Ja zur Begrenzungsinitiative ganz klar beeinflussen. Seien Sie also weiter vorausschauend als die Politik!

Emil Schweizer, Kantonsrat SVP, Neuheim