Über 10'000 Zuger füllen die Steuererklärung noch von Hand aus

Die Formulare für die Steuererklärung des Jahres 2019 liegen bald in fast jedem Briefkasten im Kanton Zug.

Marco Morosoli
Drucken
Teilen
11000 Steuerformulare werden noch von Hand ausgefüllt eingereicht.

11000 Steuerformulare werden noch von Hand ausgefüllt eingereicht.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. März 2020)

Es gibt Post, welche viele Leute jeweils nur zögerlich öffnen. Der Formularsatz für die Steuerperiode 2019 gehört in diese Kategorie. Die provisorische Rechnung für die direkte Bundessteuer, die ebenfalls kürzlich ins Haus flatterte, ebenfalls.

In der Steuerperiode 2020 – also ab dem laufenden Jahr – bekommt der Kanton Zug einen erhöhten Anteil an der Bundessteuer zurückerstattet. Dieser Wert steigt von 17 auf 21,2 Prozent. Damit kommt der Bund den Kantonen entgegen, da diesen durch das dritte Packet der Unternehmenssteuerreform Einnahmen entgehen. «Das macht im Kanton Zug einen zweistelligen Millionenmehrertrag aus», weiss Philipp Moos. Er ist der Leiter der Abteilung natürliche Personen bei der kantonalen Steuerverwaltung.

Neue Software hat noch «Kinderkrankheiten»

Dort haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Jahreswende zusammen mit Personal des Amts für Informatik des Kantons und dem externen Softwarelieferanten Sonderschichten geschoben. Der Grund: Nach 25 Jahren kommt eine neue Software mit dem Namen «Nest» zum Einsatz. Moos lobt den Ablauf des Prozesses während der Weihnachtsferien:

«Wir sind stolz, dass wir die ganze Umstellung so gut gemeistert haben.»

Er vergisst aber nicht, zu erwähnen, dass die neue Software «noch Kinderkrankheiten» habe, für welche «laufend» Lösungen gefunden werden.

Freude bereitet dem Abteilungsleiter, dass in der vergangenen Steuerperiode die Zahl derjenigen gestiegen ist, welche ihre Steuerformulare mittels einer elektronischen Unterschrift und ohne Papierausdruck einreichten. Gemäss Moos haben im vergangenen Jahr rund 7500 Steuerpflichtige diesen Weg gewählt. Den Zuwachs vom Jahr der Einführung 2018 zum Jahr darauf beziffert Philipp Moos auf rund 50 Prozent. Diese Methode zeichnet sich dadurch aus, dass zwischen dem Steuerpflichtigen und der Verwaltung nur noch die Steuerrechnung und der Steuerbescheid in Papierform übermittelt wird. Bei einer Zahl von 79000 Steuerpflichtigen natürlichen Personen entspricht dies ungefähr einer Quote von 10 Prozent. Tendenz steigend.

«Gute Zahlungsmoral» der Zuger

Noch rund 11000 Formularsätze von natürlichen Personen erreichen die Steuerverwaltung von Hand ausgefüllt. Diese Steuerpflichtigen bemerken heuer, dass der Formularsatz moderat verändert vorliegt. Dies ist, wie Philipp Moos betont, eine Folge des neuen Programms.

Wenngleich die Steuerpflicht nicht zu den Pflichten gehört, welche wir gerne erledigen, attestiert Moos den Zugern «eine gute Zahlungsmoral». Über 91 Prozent der eingeforderten Summen für das Jahr 2019 kann der Kanton Zug bereits verfügen. Die neun fehlenden Prozente seien nicht allesamt säumige Steuerpflichtige. Moos erklärt:

«Es gibt ja noch mit verschiedenen Steuerkunden Abmachungen über Ratenzahlungen.»

Hoch ist auch der Rücklauf im Segment der juristischen Personen. Gemäss Moos erreicht dieser Steuerbereich eine Quote von 92 Prozent.

Derzeit sind 145 Mitarbeiter bei der Steuerverwaltung tätig. Diese teilen sich 125 Stellen auf. Grundsätzlich gilt: Was zuerst im Hause ist, bearbeiten die Steuerfachleute auch zuerst. Obwohl die Einwohnerzahl im Kanton Zug weiter steige, verharre der Personalbestand der Steuerverwaltung auf dem derzeitigen Level, stellt Philipp Moos fest.

Ein Drittel zahlt per Ende Juli die Steuern

Mit dem Ausfüllen der Steuerformulare ist es aber noch nicht getan, die Steuern müssen auch bezahlt werden. Obwohl es kein Skonto mehr gibt, erledigt rund ein Drittel der Zuger seine monetäre Steuerpflicht immer noch per Ende Juli. Die anderen Steuerpflichtigen terminieren ihren Zahlungsauftrag auf den letzten Tag des Jahres. Negativzinsen bringen es mit sich, dass niemand mehr Geld auf die hohe Kante legen will.

Im Schnellzugstempo Steuerformular ausfüllen

Der Fokus der Zuger Steuerpflichtigen liegt wohl vielmehr darauf, wie viel Zeit aufzuwenden ist, um eine Steuererklärung elektronisch auszufüllen. Moos sagt dazu: «Wenn alle Unterlagen vorliegen, habe ich eine einfache Steuererklärung in zirka 10 bis 15 Minuten ausgefüllt. Eine komplexere kann schon ein wenig mehr Zeit beanspruchen.» Von Vorteil ist zudem, wenn der letztjährige Formularsatz noch greifbar ist.

Es tönt verlockend: Eine konzentrierte Aktion von einer Viertelstunde reicht also gemäss dem Profi von der Steuerverwaltung aus, um diese lästige Bürgerpflicht hinter sich zu bringen. Da gibt es sicher Mühsal, die einem länger aufhält.