Über 2000 Unterschriften gegen das neue Denkmalschutzgesetz

Ende Januar hat der Kantonsrat die Revision des Denkmalschutzgesetzes beschlossen. Dagegen haben Fachverbände das Referendum ergriffen. 2317 Unterschriften wurden am Freitagmorgen der Staatskanzlei übergeben.

Andrea Muff
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Herbert Fischer von der Zuger Staatskanzlei nimmt die Unterschriftenboxen von Andreas Bossard, Präsident Archäologischer Verein Zug, entgegen. (Bild: Andrea Muff, Zug, 5. April 2019)

Herbert Fischer von der Zuger Staatskanzlei nimmt die Unterschriftenboxen von Andreas Bossard, Präsident Archäologischer Verein Zug, entgegen. (Bild: Andrea Muff, Zug, 5. April 2019)

Die Stimmung vor dem Zuger Regierungsgebäude ist am Freitagvormittag erwartungsvoll und freudig zugleich, sogar die Sonne zeigt sich: Über 20 Menschen haben sich vor dem Gebäude versammelt, in den Händen halten einige von ihnen Plakate mit Baudenkmälern und der Aufschrift «Referendum Denkmalschutz-Gesetz». Sie sind Mitglieder der Fachverbände BauForum Zug, Archäologischer Verein Zug AVZ, Zuger Heimatschutz und dem Historischen Verein des Kantons Zug und übergeben stolz elf blaue Schachteln mit dem Aufdruck der Zuger Gemeindewappen Herbert Fischer von der Zuger Staatskanzlei. Die Fachverbände haben das Referendum gegen das vom Kantonsrat im Januar beschlossene neue Denkmalschutzgesetz ergriffen. Gesammelt haben sie insgesamt 2317 Unterschriften - nötig gewesen wären 1500.

«Die Unterschriftensammlung ist sehr gut gelaufen», weiss Andreas Bossard, Präsident des Archäologischen Vereins Zug. An vier Samstagen seien sie auf den Strassen gewesen. «Der Kontakt mit der Bevölkerung war gut und wir erhielten viel positives Feedback», sagt Bossard weiter. Es sei spürbar gewesen, dass die Bevölkerung weiterhin einen wirkungsvollen Denkmalschutz will. Die Stimmbevölkerung hat nun das letzte Wort: Die Vorlage wird wohl erst nach den Sommerferien an die Urne kommen

2.2 Prozent der Gebäude stehen unter Schutz

Der Kantonsrat hat in seiner Sitzung am 31. Januar in zweiter Lesung eine Lockerung des Denkmalschutzgesetzes beschlossen. Er hat etwa die Anforderungen für eine Unterschutzstellung erhöht, ein Mindestalter von 70 Jahren für eine Unterschutzstellung eingeführt und die Denkmalschutzkommission abgeschafft. Im Kanton Zug stehen 2.2 Prozent des Gebäudebestandes unter Denkmalschutz. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 3.5 Prozent. Dazu schreibt das Referendumskomitee in ihrer Mitteilung: «Beim Denkmalschutz geht es um sehr seltene Entscheide zugunsten zweiter wichtiger öffentlicher Güter.» Dies seien die Bewahrung des kulturellen Erbes und der Erhalt einer lebenswerten Umgebung. 

Zuger Kantonsrat fasst den Denkmalschutz enger

Der Rat beriet am Donnerstag das Denkmalschutzgesetz in zweiter Lesung. Die Parlamentarier blieben hart und hielten an den meisten in erster Lesung beschlossenen Paragrafen fest – auch an der Alterslimite.
Andrea Muff