Über 300 Orientierungsläufer meistern Menzinger Tücken

Der 50. Zuger OL sorgt für zufriedene Gesichter und zeigt den hohen Stellenwert des Sports im Kanton auf.

Jörg Greb
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Die knifflig platzierten Standorte im Klosterdorf stellen die Läufer vor Herausforderungen.

Die knifflig platzierten Standorte im Klosterdorf stellen die Läufer vor Herausforderungen.

Bild: Matthias Jurt (Menzingen, 20. September 2020)

Diese Art von Betrieb herrschte an einem Sonntagvormittag wohl noch nie in Menzingen. Orientierungsläuferinnen und -läufer rannten um die Häuser, durch die Strassen, die Gässchen und steuerten die für ihre Kategorien vorgesehenen Kontrollposten an. Gefordert sahen sie sich beim 50. Zuger OL durch das Dorf als solches und seine Struktur: die kurzen und längeren Abfolgen der Kontrollposten, die hohen Tempi, das Auf und Ab sowie die knifflig platzierten Standorte.

Karin Moosberger hat einen Posten gefunden.

Karin Moosberger hat einen Posten gefunden.

Bild: Matthias Jurt (Menzingen, 20. September 2020)

Gerade durch Covid-19 und die vielen ausgefallenen Wettkämpfe haben auch die OL-Läufer Startgelegenheiten zusätzlich zu schätzen gelernt. Der Zuger OL war deshalb nicht nur aufgrund seiner 50. Austragung und weil er in den Herbst hatte verschoben werden müssen speziell. Die Coronapandemie prägte ihn auch am Anlass selber – nicht aber während der Wettkämpfe. Sie waren mit sich und der von Mark Gloor neu aufgenommenen Karte beschäftigt.

Ein 85-Jähriger ist an allen Fronten zu finden

330 Sportlerinnen und Sportler zwischen 8 und 91 Jahren starteten am Sonntag in den 41 verschiedenen Alters- und Stärkekategorien. Damit resultierte für die Organisatoren ein befriedigendes Ergebnis. «Die Konkurrenz anderer Veranstaltungen ist in diesem Covid-19-Herbst riesig», brachte es der Startchef Peter Clerici auf den Punkt. So fehlten etwa die Eliteläufer. Doch der kompetitive Rahmen zeigte sich dennoch.

Jung und Alt ist am Start.

Jung und Alt ist am Start.

Bild: Matthias Jurt (Menzingen, 20. September 2020)

Und einer war wie immer mit vollem Elan dabei: Gusti Grüniger (85), Mitgründer der Orientierungslaufvereinigung Zug (OLV). Zuerst lief er selber (Rang 3 in der Kategorie H80), anschliessend entschärfte er brenzlige Situationen bei einem der beiden Übergänge an der Hauptstrasse. Und er erinnerte sich: «Der Zuger OL feierte seine Premiere, bevor die OLV gegründet wurde.» Es waren Grüniger und einige Enthusiasten aus der Leichtathletik und dem Turnen, die ihre Begeisterung für die Sportart Ende der 1960er-Jahre weitergeben wollten. Sie gründeten die Freie OL-Gruppe Zug. Grüniger und seine Kollegen erstellten zudem eine OL-Karte des Steinhauserwalds im damals unüblichen Massstab von 1:10000 und mit der erstmaligen Kartierung von Kahlschlägen. Sodann lancierten sie den Zuger OL.

Jener begann sich zu entwickeln und mit ihm die OLV Zug. Der brachte immer wieder Läuferinnen und Läufer von nationaler Klasse hervor – zuletzt Brigitte Grüniger Huber. Die mehrfache Elite-WM-Teilnehmerin ist die Tochter von Gusti Grüniger und gewann in Menzingen die Kategorie D45. Oder Sandrine Müller, die mehrfache Junioren-WM-Teilnehmerin.