Um die Stromversorgung auch in der Region Zug zu verbessern: Aargau will Erdverkabelung

Die rund 17 Kilometer lange Hochspannungsleitung von Niederwil AG nach Obfelden ZH soll ersetzt und auf eine Leitung mit 380 Kilovolt (kV) aufgerüstet werden. Das Ziel des Ausbaus ist es, die Stromversorgung in den Verbraucherzentren der Regionen Zug, Aargau West, Zürich Nord und linkes Zürichsee-Ufer zu verbessern und langfristig zu sichern.

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(sda)

Der Aargauer Regierungsrat fordert eine unterirdische Verkabelung auf der gesamten Strecke. Damit stützt er die Anliegen der Region. Er lehnt gleichzeitig den Vorschlag des Bundesamts für Energie (BFE) ab, der einzig eine Teilverkabelung zur Querung der Reuss zwischen Rottenschwil AG und Ottenbach ZH vorsieht. Das teilte die Staatskanzlei Aargau am Freitag mit.

Die Variante Vollverkabelung würde aus Sicht des Regierungsrats sowohl die Interessen des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN), der betroffenen Gemeinden und des kantonalen Richtplans abdecken.

Übertragungsleitungen sind gemäss Richtplan unterirdisch anzulegen, soweit dies technisch und ökologisch sinnvoll sowie finanziell tragbar ist. Bei einer vollständig unterirdischen Variante wären zudem die Waldgebiete möglichst schonend zu queren.

Falls sich die Vollverkabelung auch nach vertiefter Prüfung unverhältnismässig erweist, macht sich der Regierungsrat für eine andere Variante stark. Es geht um die vom BFE vorgeschlagene, unterirdische Kabelstrecke auf der westlichen Seite der Reuss von Süden her mindestens bis Besenbüren und Hermetschwil-Staffeln.

Landschaft schützen

Damit könnten zumindest die im BLN-Gebiet liegenden Gemeinden von den positiven landschaftlichen Auswirkungen einer Verkabelung profitieren, wie es in der Stellungnahme des Regierungsrats weiter heisst. Falls sich die ersten beiden Varianten als unverhältnismässig herausstellen sollten, fordert der Regierungsrat die Prüfung einer Teilverkabelungsstrecke vom Unterwerk Niederwil bis und mit Fischbach-Göslikon.

Der Regierungsrat nahm in seiner Stellungnahme die Anliegen der Region und der betroffenen Gemeinden auf. Er gibt sich überzeugt, dass mit der Beantwortung der offenen Fragen und der Ergänzung der Unterlagen die Akzeptanz des Projekts erhöht wird. Damit könnten auch eine nachvollziehbare Interessenabwägung und die Planungs- und Rechtssicherheit aller Beteiligten verbessert.

Stromversorgung sichern

Die Leitung Niederwil-Obfelden ist Teil des Leitungsbauvorhabens von Beznau AG nach Mettlen TG. Der Bundesrat hatte 2009 das Vorhaben als Teil des strategischen nationalen Übertragungsnetzes festgelegt. Zwischen den beiden Gemeinden besteht eine 220-kV-Leitung.

Ende August 2016 hatte der Bundesrat im Rahmen des Sachplanverfahrens Übertragungsleitungen (SÜL) das Planungsgebiet für den Ausbau der Leitung im Reusstal festgesetzt.