UMBAU: Altes Casino erhält neuen Glanz

Seit sechs Monaten ist das Theater Casino Zug eine Baustelle. Dies soll noch bis Ende Sommer andauern. Einen ersten Eindruck davon, wie es danach aussehen könnte, kann man sich jetzt schon machen.

Zoe Gwerder
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Der Blick von der Galerie in den grossen Casinosaal, der durch die Türöffnungen mehr Tageslicht erhält.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 19. Dezember 2016)

Der Blick von der Galerie in den grossen Casinosaal, der durch die Türöffnungen mehr Tageslicht erhält.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 19. Dezember 2016)

«Wir freuen uns, im September die alte Dame wieder der Zuger Bevölkerung zu übergeben», eröffnet Stadtrat André ­Wicki den Baustellenrundgang. Es ist fast Halbzeit beim Umbau des Theaters Casino Zug, weshalb die Stadt die Medien sowie den Grossen Gemeinderat gestern zu einem Augenschein eingeladen hat.

Bereits zum Start, und ohne das Gebäude zu betreten, wird schon eine der grössten Baustellen ersichtlich: die Aussenfassade des alten Casinos. Diese wird saniert und farblich wieder in ihren Originalzustand versetzt. Will heissen, die rosa und rostroten Farben kommen weg. Sie wird neu grau-weiss, wie es die Fassade früher einmal war. Am neuen Teil des Casinos bleibt die Fassade hingegen, wie sie bisher war: rosa Beton.

Eine grössere Veränderung wird es jedoch beim Eintreten in das Gebäude geben. Schon jetzt ist gut zu sehen, dass es da im Herbst anders aussehen wird als noch zuvor: Stolz wird die Lücke zwischen altem und neuem Casino gezeigt. Noch gut ersichtlich die Narben, wo die ursprüngliche Überdachung des Durchgangs vom neuen ins alte Casino in der Fassade des alten Baus verankert war. Unten, weit aufgerissen, drei grosse Öffnungen, durch die die Besucher dereinst in den alten Saal strömen sollen. Und hier soll es einen zentralen Empfang geben, der hält, was der Begriff verspricht – einer, bei dem die Besucher gleich wissen, wohin sie sich wenden können. Auch Tickets für Konzerte und Anlässe sollen dann dort bezogen werden können.

Alter Boden wird aufgefrischt

Derzeit kann man all dies aber nur erahnen. Die Arbeiten sind in vollem Gange und betreffen vor allem den grossen Casinosaal im alten Gebäude. Zimmerleute bereiten die Unterlage für den Parkettboden vor, um sie später wieder mit dem Originalparkett zu belegen. «Der Parkettboden wurde zuvor sorgfältig zurückgebaut. Nun wird er aufbereitet und danach wieder eingebaut», erklärt Paul Knüsel. Er leitet die Abteilung Hochbau der Stadt Zug. Eine grosse Herausforderung sei dabei, den Boden so vorzubereiten, dass er am Schluss, wenn das Parkett darauf liegt, auch gerade ist.

Eine weitere grosse Baustelle sind die Fenster. Bei ihnen besteht gemäss Stadt ein hoher Sanierungsbedarf. Weil bisher zu viel Wärme durch sie verloren ging, werden sie alle ersetzt. Und es soll noch zusätzliche geben, so dass der grosse Casinosaal ab kommendem Herbst deutlich heller wird: Türöffnungen, die man bei früheren Sanierungen geschlossen und teilweise zugemauert hat, wurden wieder aufgemacht und sollen mit Fenstertüren ausgestattet werden. «Die Besucher können in Zukunft vom Saal direkt auf den Balkon hinaustreten», erklärt Knüsel. Und auch von der Galerie her dringt das Licht durch die wiederhergestellten Türöffnungen in den grossen Saal hinab.

Mit der Öffnung nach aussen wird die Nutzung des alten Casino-Teils wieder vermehrt auf den Saal konzentriert. Einzelne Räume, die bislang auch parallel zum Saal genutzt werden konnten, werden mit den Fenstertüren Teil des Saals. Wenig ändern wird sich hingegen bei den Wänden und der Decke. Sie werden gereinigt und erhalten einen neuen Anstrich.

Die Wiedereröffnung ist für den September geplant. Und gemäss Stadt sollte dies nach aktuellem Stand der Arbeiten auch eingehalten werden können. «Wir haben den Timer im Griff», sagt Stadtrat Wicki. Und auch mit den Kosten sei man auf Kurs: «Den Gesamtkredit von rund 18,4 Millionen Franken können wir einhalten.» Ursprünglich aber bewilligte die Zuger Stimmbevölkerung einen Kredit von rund 13,6 Millionen Franken. «Im Zuge der Vorbereitungsarbeiten und Kostenüberprüfungen stellte sich heraus, dass mit diesem Kredit nicht alle geplanten baulichen Massnahmen umgesetzt werden können», so Wicki. Ein umstrittener Zusatzkredit wurde daraufhin vom Grossen Gemeinderat gutgeheissen. Mit diesem wird nun auch gleich die Bühnenanlage im Erweiterungsbau erneuert. Die alten Flaschenzüge, die jeweils mit Hilfe von Gegengewichten funktionierten, werden durch elektronische ersetzt. Zudem werden eine computerbasierte Bühnensteuerung sowie eine Steuerung des Orchesterpodiums eingebaut.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Der Eingangsbereich, mit dem neuen grossen Durchgang in den grossen Casinosaal.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 19. Dezember 2016)

Der Eingangsbereich, mit dem neuen grossen Durchgang in den grossen Casinosaal.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 19. Dezember 2016)