UMFRAGE: Zuger fürchten Einbrüche und Diebstähle

Zum dritten Mal nach 2005 und 2009 wurde die Zuger Bevölkerung zu Sicherheitsthemen befragt. Das Ergebnis: Die Bevölkerung fühlt sich zwar sicher, hat aber zunehmend Angst vor Einbrüchen und Diebstählen.

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Mit dem Dienst der Zuger Polizei sind 77 Prozent der Befragten zufrieden - trotzdem haben sie vermehrt Angst vor Einbrüchen. (Bild: Archiv / Neue ZZ)

Mit dem Dienst der Zuger Polizei sind 77 Prozent der Befragten zufrieden - trotzdem haben sie vermehrt Angst vor Einbrüchen. (Bild: Archiv / Neue ZZ)

Durchgeführt wurde die Bevölkerungsumfrage vom Meinungsforschungsinstitut Demoscope im März und April 2013. Insgesamt wurden 1010 Personen ab 15 Jahren in allen Zuger Gemeinden befragt – mittels 24 Minuten dauernden, computergestützten Telefoninterviews.

Das Ergebnis dieser Befragung bewertet die Sicherheitsdirektion als positiv, heisst es in einer Mitteilung. Im Grossen und Ganzen würden sich die Zuger sicher fühlen und hätten grosses Vertrauen in die Polizei. Erfreulich sei auch, dass die Jugendgewalt laut der Umfrage kein markantes Problem mehr darstelle. Zudem erhielten politische Vorhaben zur Verbesserung der Sicherheit grossen Zuspruch aus der Bevölkerung.

Die wichtigsten Umfrageergebnisse im Überblick

  • 98 Prozent der Zuger fühlen sich tagsüber in ihrer Wohngemeinde sicher
  • 84 Prozent der Zuger fühlen sich auch nachts draussen in ihrer Wohngemeinde sicher
  • Diese Werte sind hoch und sogar leicht besser als in früheren Umfragen
  • Die Jugendkriminalität wird nicht mehr als besonderes Problem wahrgenommen, zu verdanken sei dies laut Mitteilung dem breit angelegten Projekt «Gemeinsam gegen Gewalt» (2009 bis 2011).
  • Die Angst vor Einbrüchen steigt hingegen momentan von 5 auf 12 Prozent – die Angst vor Diebstählen steigt von 4 auf 9 Prozent.
  • Um die Sicherheit zu verbessern, wünschen sich die Zuger eine stärkere Präsenz von uniformierten und zivilen Polizeikräften sowie Videoüberwachung an neuralgischen Stellen. Hingegen nicht erwünscht ist von 61 Prozent der Befragten die Delegation von Polizeikompetenzen an private Sicherheitsdienste.

Die Umfrage ergab zudem, dass die Bevölkerung ein hohes Vertrauen in die Zuger Polizei hat und sich von ihr genügend geschützt fühlt (77 Prozent aller Befragten). Diejenigen, die nicht zufrieden sind, erachten die Polizei als zu wenig präsent oder finden, dass sie zu wenig Personal im Einsatz hat.

Der Zuspruch zur Steigerung der Sicherheit sei in Einzelbereichen hoch. So würden es 78 Prozent der Befragten begrüssen, dass Littering aufgrund des kantonalen Übertretungsstrafrechtes gebüsst werden kann. 56 Prozent der Befragten möchte gar die Vorschriften für gefährliche Hunde verschärfen und 84 Prozent würden es begrüssen, wenn das Liegenlassen von Hundekot gebüsst würde. Das derzeit erarbeitete kantonale Hundegesetz nehme diese Anliegen auf, wie die Sicherheitsdirektion mitteilt.

83 Prozent der Zuger halten es ausserdem für sinnvoll, bestimmte gebiete im öffentlichen Raum mit Video zu überwachen. Eine entsprechende Gesetzesvorlage werde derzeit vom Zuger Parlament beraten.

Fazit: Die Problemwahrnehmung hat sich verlagert und die Politik sei nun gefordert, Lösungen für aktuelle Sicherheitsfragen zu entwickeln, wie die Sicherheitsdirektion in ihrer Mitteilung schreibt.

pd/nop