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Umstrittene Praxis bei Praktika: Fragen an die Zuger Regierung

Die CVP des Kantons Zug sorgt sich um das duale Bildungssystem und hat eine Interpellation eingereicht.
Raphael Biermayr
Vor allem aus dem Bereich der Kinderbetreuung sind sogenannte Vorlehrpraktika bekannt. (Symbolbild: Stefan Kaiser)

Vor allem aus dem Bereich der Kinderbetreuung sind sogenannte Vorlehrpraktika bekannt. (Symbolbild: Stefan Kaiser)

Werden im Kanton Zug Jugendliche als billige Arbeitskräfte ausgebeutet? So lautet die – zugespitzte – Kernfrage einer Interpellation der CVP an die Adresse des Regierungsrats. Die Fragesteller kritisieren in der Einleitung ein «zunehmend ausuferndes Praktikumswesen», das den dualen Bildungsweg untergraben würde. Sie beziehen sich dabei vor allem auf Praktika vor der Lehre. «Besonders stossend ist, wenn mehrere Praktikumsstellen in nur einer Lehrstelle münden», führen die Interpellanten, die Kantonsräte Anna Bieri (Hünenberg), Laura Dittli (Oberägeri) und Fabio Iten (Unterägeri), aus. Ihrer Ansicht nach ist in der Regel der direkte Einstieg in die Lehre problemlos möglich.

Es könne allerdings begründete Einzelfälle geben, erläutert die Baarerin Olivia Bühlmann von der Jungen CVP, die diese Interpellation initiiert hat.

«Es ist beispielsweise denkbar, dass jemand aus sprachlichen Gründen besser zuerst ein Praktikum macht. Sollte die Praxis der Vorlehrpraktika in manchen Branchen aber System haben, sollte das im Kanton Zug nicht länger geduldet werden.»

Die umstrittene Praktikumspraxis ist seit mehreren Jahren immer mal wieder der Inhalt von politischen Vorstössen sowie Schlagzeilen hierzulande. So auch wieder in jüngerer Zeit. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund erklärte kürzlich, gegen die Vorlehrpraktika vorzugehen und über die Verbände Druck auf die Kantone auszuüben.

Bei der Kinderbetreuung und im Pflegebereich?

Den Eindruck, dass die hiesige JCVP mit ihrer Interpellation kurz vor den Wahlen bequem auf einen fahrenden Zug aufspringt, zerstreut Olivia Bühlmann, die wie Laura Dittli für den Nationalrat kandidiert. Sie sei – wie ihre Mitstreiter – wegen entsprechender Äusserungen in ihrem Umfeld auf die Situation aufmerksam geworden. «Ausserdem war das auf kürzlich veranstalteten Podien an der gewerblich-industriellen Berufsschule in Zug herauszuhören.» Neben Fällen aus dem für diese Praxis bekannten Bereich der Kinderbetreuung seien ihr auch solche aus dem Pflegebereich zugetragen worden.

In ihrem Vorstoss beschreiben die Interpellanten keine konkreten Situationen aus dem Kanton Zug, sondern fragen vielmehr den Regierungsrat, ob dieses Problem hier überhaupt besteht. Und ob jener gegebenenfalls Massnahmen dagegen ergreifen will.

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