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UMWELTSCHUTZ: Noch braucht es die Saubermänner am Rossberg

Der SAC Rossberg feierte am Samstag die Jubiläums-Rossbergputzete. Organisator Fridolin Andermatts Ziel ist allerdings, dass der Anlass baldmöglichst nicht mehr stattfinden muss.
Charly Keiser
Der typische Fund am typischen Ort: Fridolin Andermatt steckt in seinen Güselsack einen Plastikbecher, den er bei einer Feuerstelle am Hüribach in Unterägeri gefunden hat. (Bild: Charly Keiser (16. September))

Der typische Fund am typischen Ort: Fridolin Andermatt steckt in seinen Güselsack einen Plastikbecher, den er bei einer Feuerstelle am Hüribach in Unterägeri gefunden hat. (Bild: Charly Keiser (16. September))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Zum 25. Mal haben am Samstag Mitglieder der Sektion Rossberg des Schweizer Alpenclubs (SAC) die Rossbergputzete durchgeführt. Auf sieben verschiedenen Routen suchten die 14 Teilnehmer rund um den Rossberg und auf dem Zugerberg mit Güselsäcken und Arbeitshandschuhen ausgerüstet nach Unrat, der zuvor von irgendjemandem bedenkenlos in der Natur zurückgelassen worden war.

Nach Ernst Merz und Josef Küng ist nun Fridolin Andermatt Umweltverantwortlicher des SAC Rossberg und darum zuständig für die Organisation der Rossbergputzete. «Und dies seit fünf Jahren», wie er sagt. Seit 14 Jahren sammelt Andermatt bei der Putzete Unrat. «Beim ersten Mal war ich noch nicht einmal SAC-Mitglied», fügt er an und lacht. Man müsse auch nicht SAC-Mitglied sein, um bei der Rossbergputzete mitmachen zu können, betont er. Der Anlass sei öffentlich, und darum habe er ihn auch im Amtsblatt ausgeschrieben.

Fokus auf den Feuerstellen

Andermatt nimmt sich die Feuerstellen am Hüribach vor, der an der Nordseite des Rossbergs von der Halsegg und durch das Hürital in den Ägerisee fliesst. Je näher die Anfahrt zur Feuerstelle mit dem Auto möglich ist, umso mehr wird Andermatt fündig. «Es sind immer die gleichen typischen Sachen, welche die Leute in die Feuerstelle oder irgendwo darum herum auf den Boden werfen», erklärt Andermatt.

Je höher die Feuerstellen gelegen sind, umso weniger Güsel ist zu finden. Hoch oben auf dem Weg zum Wildspitz sind es fast nur noch Zigarettenstummel, Klammern von Cervelats, Bierdeckel und kleine verbrannte Plastikresten, die im grauen Abfallsack verschwinden. Die Wanderer haben in den letzten Jahren tüchtig an Umweltbewusstsein zugelegt. Allerdings gibt es viele Raucher, die noch keinen Taschenaschenbecher dabei haben und darum mit ihren Stummeln die Umwelt immer noch belasten. Auf dem Gnipen liegt partiell doch noch einiges an Unrat herum. Zwei Anderthalbliter-PET-Flaschen liegen unter einer kleinen Tanne. So als hätten die Umweltsünder die Behälter dort zu verstecken versucht. Wie kann es heute noch Wanderer geben, die kiloweise Essen und Trinken in die Höhe tragen und die leichten leeren Flaschen nicht wieder in ihre Rucksäcke stecken?

Etwas, was auch Oberstufenlehrer Roland Marty aus Goldau nicht versteht. Er ist heuer erstmals an der Putzete und beim anschliessenden Imbiss in der Alpwirtschaft Sonnegg dabei. Der Grund: Auch er ist seit Jahren ein «Rossbergputzer». Er sammelt jährlich mit Schülern seiner Klassen Abfall im Goldauer Bergsturz. Dies allerdings nicht am Tag der offiziellen Rossbergputzete.

Schwindender Abfall in den Höhenlagen

Der schwindende Abfall in der Höhe führt trotzdem zur Frage: Braucht es die Rossbergputzete überhaupt noch? Und was ist das Ziel von Fridolin Andermatt beziehungsweise was wünscht er sich von den Wanderern? «Dass jeder Biker oder Wanderer seinen Abfall, den er in die Natur mitgenommen hat, wieder mit nach Hause nimmt», antwortet der Baarer und ergänzt: «Dies mit dem Risiko, dass es uns und die Rossbergputzete irgendeinmal nicht mehr braucht.»

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