UMZUG ALLENWINDEN: Schellen waren grösser als die Urslis

Das kleine Dorf Allenwinden kam fasnächtlich gross heraus. Am Umzug nahm sich das «Faschallreich» selbst hoch.

Drucken
Teilen
Die Spielgruppe Schnäggehüsli hatte sich mit dem Motto «Schellenursli» am Umzug beteiligt. (Bruno A. Arnold/Neue ZZ)

Die Spielgruppe Schnäggehüsli hatte sich mit dem Motto «Schellenursli» am Umzug beteiligt. (Bruno A. Arnold/Neue ZZ)

Eine herrliche Winterlandschaft bildete die natürliche Kulisse zum Jubiläum der Faschall-Strassenfasnacht. Rechtzeitig zum Start stoppte der Schneefall und machte, zumindest zeitweise, der Sonne Platz.

Schellenursli mit dabei
Von den 28 Sujets stammten mehr als die Hälfte aus der eigenen Küche, die den Vergleich mit den auswärtigen nicht zu scheuen brauchten. So liess sich zum Beispiel die Feldmusik nicht lumpen und begleitete ihr Mitglied Franz I. auf einem standesgemässen Gefährt. Die Jungfasnächtler der Gruppe Hoch 8 rückten den EVZ und sein Anliegen für ein neues Stadion ins rechte Licht. Und die ganz Kleinen der Spielgruppe Schnäggehüsli fanden mit der gelungenen Art, wie sie ihr Sujet «Schellenursli» umsetzten, den Applaus der vielen Zuschauer.

Das Umzugsmotto «Schwiiz isch geil» bot einen breiten Spielraum, in welchem auch lokale Geschehnisse Platz fanden, die nur Insider zu deuten wussten. So etwa die «Strafanzeige gegen Grütlihüüler» oder die Nummer «Ohne Worte». Zum Glück brachten die in Versform gehaltenen Kommentare von Tätschmeister Rémy Frick etwas Licht ins Dunkel.

Älplermagronen als Stärkung
Um den Einsatz der Umzugsteilnehmer zu honorieren, bekamen die Akteure zur 40. Ausgabe statt der üblichen Wurst-und-Brot-Verpflegung mit Älplermagronen eine warme Mahlzeit vorgesetzt. Der Faschallvorstand konnte dabei auf die tatkräftige Unterstützung eines örtlichen Cateringservices und auf freiwillige Helfer zählen.

Hinzu kam die traditionelle Kinderbescherung.«Wir haben gegen 800 Päckli vorbereitet», sagte dazu die Pressechefin Irene Staub. Und nicht ohne Stolz verwies sie auf die toll dekorierte Festwirtschaft, wo sich das Publikum nach dem Umzug an die Wärme zurückziehen konnte, und die sich am Abend in einen Ballsaal mit Livemusik verwandelte. Mit «es war sensationell» bilanzierte der oberste Fasnächtler Franz I. das Umzugsgeschehen. Sein persönliches Motto «Franzastisch» hatte sich auch auf die Strassenfasnacht übertragen.

Hansruedi Hürlimann