UMZUG HÜNENBERG: Kein Verständnis für die Parkbussen

Originelle Sujets, schöne Wagen und schränzende Guggen prägten den Umzug in Hünenberg. Aber kein Verständnis gabs für die Zuger Polizei.

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Der Eiche-Kafi von Beth Suter aus Hünenberg ist nicht nur weltberühmt, sondern kann auch Lachstürme auslösen. Also aufgepasst. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

Der Eiche-Kafi von Beth Suter aus Hünenberg ist nicht nur weltberühmt, sondern kann auch Lachstürme auslösen. Also aufgepasst. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

Punkt 17.32 wars, als Pesche I. als Zunftvater der diesjährigen Hünenberger Eiche-Zunft die Eichensau dem Feuertod weihte. Die fasnächtliche Hünenberger Symbolfigur, die den Bauern die Äcker zerstört haben soll, erlitt innert weniger Minuten den Feuertod.

Es war der Schlusspunkt nach einem Umzug, der zu begeistern wusste. Eine grossartige Nummer nach der anderen hatte das zahlreich aufmarschierte Publikum begeistert. Die Gruppe Sonderbar mit den Motor-Bienen vermisste die Zunftmutter Mägi, die Fasnächtliche, die kurz zuvor auf dem Zunftwagen zum Dorfplatz abgebogen war. Die Eiche-Zunft spendete Trost mit einer nahrhaften Bouillon, derweil die Schnatterenten vom Kindergarten Kemmatten den Fokus wieder auf andere Sujets verlagerten. Der Veloclub Hünenberg nahm Zunftmeister Pesche I. auf die Schippe, indem er frech verkündete: «D Hose kapott, de Bidon esch fort, de Pesche lid am Bode, weh tue dem de Chnode, en Bsuech i de Drogerie - ond de Schmärz isch verbie.»

Aktive Kinder
Die Primarschulen zeigten, wie sportlich gesund und vielseitig die Sportferien verbracht werden können, während die Ehrenzünftler der Eiche-Zunft die KosmeDroge GmbH des Zunftpaars als Allerweltsmittel anpriesen. Die Zunft der Letzibuzäli beehrte Hünenberg mit einem Grossaufgebot, der Kegelclub Knaller aus Rotkreuz verkündete: Der FC Thun ist die Nummer 1 in - und setzte ein Fragezeichen, um anschliessend auf den Sexskandal mit einer Minderjährigen anzuspielen.

Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch den ganzen Umzug. Es galt der Zuger Polizei, die während des Umzugs in Allenwinden - für alle Fasnächtler unverständlich - Parkbussen verhängt hatte. An vielen Wagen prangte die Aufschrift: Busse 120 Franken - weil Sie ein aktiver Fasnächtlicher sind und wir das nicht wollen - Zuger Polizei.

Ein ohrenbetäubendes Monsterkonzert und die frenetisch bejubelte Verbrennung der Eichensau leiteten über zur Uuslumpete im Heinrichsaal.

Erfreuliches Fazit
Pesche I. zog ein erfreuliches Fazit, indem er sagte: «So viele liebe, wohlgesinnte Leute am Strassenrand, so viele träfe Sujets - es war etwas vom Schönsten, was ich je erlebt habe.» Und seine Gemahlin, Rita, die Fasnächtliche, meinte gar: «Wir wurden von allen Fasnächtlern auf einer Sympathiewelle getragen. Ich löse gleich auch noch eine aus», sagte sie, warf die Arme in die Höhe - und alle Umstehenden taten es ihr gleich.

Martin Mühlebach