UMZUG OBERÄGERI: Legorien ist das Tollhaus der Narren

Quartierfeste zur Integration – diese Idee des Gemeinderates zog sich als Glosse wie ein roter Faden durch den Umzug in Oberägeri.

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Die Themen auf den Oberägerer Sujetwagen waren wieder topaktuell und witzig. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die Themen auf den Oberägerer Sujetwagen waren wieder topaktuell und witzig. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Das Motto «S'Legorä-Quartier» bot lokalen Zündstoff in Hülle und Fülle. Es reichte vom Wurst- und Brotfest über den politischen bis zum finanziellen Aspekt. Legorenvater Armin I. wurde sogar zum Quartiervater ernannt.

Wieder hatten die Wagenbauer ihren grossen Auftritt mit legendären Gefährten, auf denen zahlreiche Akteure mitwirkten. «Morgartä läbt» hiess das Sujet zum 100-jährigen Morgartendenkmal, bei dem sich habsburgische Ritter und Eidgenossen mit Lanzen, Hellebarden und Steinen bekämpften. Darin integriert war auch die Idee des Politikers Joe Lang, dass alle Waffen ins Zeughaus gehören. Dagegen schlugen die Legoren vor, diese unter dem Morgartendenkmal zu vergraben, als gefundenes Fressen für spätere Historiker.

Auch in Legorien möchten einige ein Hallenbad. «Wir schlagen vor, die «Ägeri-Halläwannä» auf Schienen zu bauen. Durch Hin- und Herschieben wäre das Standortproblem gelöst», lautet die zündende Idee der Legoren. Immer wieder wurden Zuschauer geholt und ins Sagexbad getaucht.

Auf die Wurst gekommen
Zum Sujet «Tschau Cervelat» sagte Spielleiter Urs Iten: «Uns kommen die Tränen, wir können nur noch Mutschli, aber keine Wurst mehr abgeben.» Gar nicht einverstanden waren die Legoren mit der Verbannung von Ländlermusig auf DRS 1, und dagegen protestierten Schwyzerörgeli-Musikanten, welche live in einem Monsterradio spielten, während eine riesige, detailgetreu gebaute mechanische Handorgel sich wie von Geisterhand gespielt öffnete und schloss. Die beiden Verkehrsvereinspräsidenten Wisel und Koch stritten und versöhnten sich eins übers andere Mal, und auch der Schacher Seppeli durfte nicht fehlen mit seinem Hit.

Stinkend und lärmend wurde die Idee eines Formel-I-GP-Rundkurses zwischen der Luzerner Allmend und der Kapellbrücke ins Visier genommen. Nicht fehlen durfte der Donnschtig-Jass, diesmal mit 36 Jasskarten und 5 Assen. Fröhlich und bunt sorgten die kleinen und grossen Legoren für Betrieb, eine Pippi-Langstrumpf-Gruppe belebte mit ihren Streichen, und die Guggen sorgten für den kakofonischen Rahmen. Pointiert, träf und bissig rundete das Bühnenspiel den Umzug ab, der von einer riesigen Zuschauermenge genossen wurde.

Elvira Herz