UMZUG UNTERÄGERI: So ein Hallenbad wäre fein

Mit viel Dampf und Schaum sucht Wylägeri einen reichen Scheich für das heiss ersehnte eigene Indoorbad.

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Die Fasnächtler aus Unterägeri sind hart gesotten, sie scheuten sich nicht vor einem Bad an der frischen Luft. (Bild Bruno A. Arnold/Neue ZZ)

Die Fasnächtler aus Unterägeri sind hart gesotten, sie scheuten sich nicht vor einem Bad an der frischen Luft. (Bild Bruno A. Arnold/Neue ZZ)

Ein prachtvoller Wintertag ergab am Sonntag die Kulisse für die Umzugsparade in Unterägeri. Dicht gedrängt säumte das Publikum die Strassen, viele waren dem Nebel entflohen und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen.

Unter dem Motto «Badjöggels Churztrip» hatten sich Wagenbauer und Fussvolk allerlei einfallen lassen und lokale und nationale Begebenheiten ins fasnächtliche Visier genommen. Nach dem Urknall gab die tannige Möschtli-blöser Guggenmusig den Auftakt zur ausgelassenen Parade. Vom Mottowagen grüsste Narrenvater Hugo I., und unter Palmen hatten sich Narrenmut- ter Daniela und Ehrenbadjöggel Beat ferienmässig niedergelassen. Mit viel Dampf und Schaum suchte man einen reichen Scheich für ein Hallenbad, während Martina Hingis anstelle des Tennisballs lieber ihr Pferd aus dem Stall holte.

Wurst ist nicht gleich Wurst
Wöschtag hatten die Bommerhüttli Ysebähnli Frauen. An der Leine baumelte nicht nur nostalgische Spitzenwäsche, sondern auch zahlreiche Gummihühner. Für viel Spektakel und Motorenlärm sorgten umtriebige Rennfahrer beim Formel-I-Skandal, während die Wylägerer mit eigenen Ideen aufzeigten, wie die Sedruner Porta Alpina funktionieren könnte.

Klar, dass der «Donnschtig Jass» nicht fehlen durfte, konnte man sich dabei doch nochmals an der Unterlegenheit der Nachbarn aus dem Legorendorf erfreuen. Eine Riesenwurst bezeugte den Frust über den EU-Entscheid, welcher den traditionellen Cervelat in Frage stellt. Aber die Metzger liessen sich nicht verdriessen, wursteten munter weiter und verteilten die Würste an die Zuschauer. Eine lebhafte Note verpassten dem Umzug die Fussgruppen mit den fröhlich tanzenden Gross- und Chli-Badjöggel und der traditionellen Nüsslerrott, ebenso die schaurigen Rossbärg-Hexen mit ihren langen Besen und viel Papierschrott.

Auch Konfettikanonen deckten die Zuschauer gleich kiloweise farbig ein. Für einen rot/weissen Lokalkolorit sorgte die Wylägerer Dorfmusig. Träfe Sprüche gingen einmal mehr an die benachbarten Legoren und ihre bereits legendären Bärte, deren Tage nun gezählt sein dürften. Orangen-, Wurst- und Brotsegen fanden beim Publikum reissenden Absatz.

Elvira Herz