Leserbrief
Unangenehmes Duzen

«Duzen können wir uns, wenn alles gratis ist», Ausgabe vom 17. April

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Seit einigen Jahren wird man überall geduzt mit den banalen Worten: «Es ist einfacher, sich den Vornamen als den Nachnamen zu merken.» Ich sehe hier keinen Unterschied, was besser zu merken ist. In vielen Geschäften wird man von wildfremden Menschen in jeglichem Alter einfach geduzt. Der Vorwand, dass in englischsprachigen Ländern alle geduzt werden, weil in der Sprache kein «Sie» vorkommt, ist laut Ihren Erklärungen also doch falsch. Ein «Du» ist meiner Meinung nach immer noch etwas, das ich selbst entscheiden möchte, wem ich es antrage oder von wem ich geduzt werden möchte. Allerdings werde ich immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass dies heute nicht mehr so sei. Da bin ich anderer Meinung.

Etwas hat die Coronazeit sehr schnell in den Griff bekommen: Man wird zumindest nicht mehr von jedermann gegen seinen Willen abgeküsst.

Brigitte Henggeler, Oberägeri