Leserbrief
Unehrliche Steuersenkung

Zur kantonalen Abstimmung über das Steuerpaket vom 7. März

Merken
Drucken
Teilen

Der Regierungsrat möchte als «Coronamassnahme» die Steuern für drei Jahre senken. Der Finanzdirektor sagt offen, dass man damit den guten Steuerzahlern danken möchte, wegen deren der Kanton Zug trotz Pandemie gut dasteht. Dies hat aber nichts mit einer Coronahilfsmassnahme zu tun. Man «hilft» nur jenen, die von der Pandemie gar nicht recht betroffen sind.

Ich finde das eine unehrliche Politik, denn die Pandemie scheint mehr ein Vorwand zu sein, um die Steuern senken zu können. Ein ehrliches Hilfspaket wäre gewesen, wenn man den von der Pandemie stark Betroffenen direkt hilft und beispielsweise dem Pflegepersonal einen Bonus bezahlt, wie es der Kanton Waadt vorhat. Wer jetzt unter der Pandemie stark leidet, hat kaum noch Steuern zu zahlen und hat nichts von der Steuersenkung. Normalverdiener, vor allem jene ohne Kinder, zahlen etwas weniger Steuern. Es ist aber bekannt, dass in Krisenzeiten eher gespart wird und das Geld nicht gleich beim lokalen Gewerbe wieder ausgegeben wird. Wer richtig von der Steuersenkung profitiert, sind Millionäre, Konzerne und Krisenprofiteure. Ob diese dann das zusätzliche Geld Grossteils beim lokalen Gewerbe wieder ausgeben werden, wage ich zu bezweifeln.

Ich sage auch klar Nein zur Steuersenkung, weil man noch nicht weiss, was die Krise für weitere Folgen haben wird. Und nach der Coronakrise gibt es zum Beispiel noch eine Klimakrise, die auch einiges kosten wird. Das dürfen dann aber die Jungen ausbaden und bezahlen, denn die meisten, die jetzt stark von der Steuersenkung profitieren, werden dann pensioniert oder nicht mehr unter uns sein. Wer längerfristig denkt, stimmt Nein zur Steuersenkung.

Stéphanie Vuichard, Kantonsrätin ALG, Zug