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UNFÄLLE: Eis führt zu einigen Knochenbrüchen

Seit Wochen hat es Nebel und Frost. Das ist gefährlich – vor allem für Velofahrer und Fussgänger.
Wolfgang Holz
Vorsicht Eis! Nicht überall ist derzeit gesalzen - und so mancher ist schon auf glatten Wegen gestürzt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Vorsicht Eis! Nicht überall ist derzeit gesalzen - und so mancher ist schon auf glatten Wegen gestürzt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Der letzte Montag war wirklich streng», berichtet Matthias Winistörfer. Allein an diesem einzigen Tag, so der Direktor des Zuger Kantonsspitals in Baar, seien sechs Personen mit Knochenbrüchen eingeliefert worden. Und zwar nicht nur ältere Menschen. Grund für die Frakturen an den Extremitäten: «Alle sind auf dem Eis ausgerutscht – zu Fuss oder mit dem Velo», sagt der Spitaldirektor. So viele Stürze an einem Tag mit derartigen Konsequenzen seien schon sehr aussergewöhnlich. «Es gibt aufgrund der feuchten Witterung viele gefrorene Stellen, die einen hauchdünnen Eisfilm bilden und tagsüber im Schatten nicht auftauen. Ich gehe davon aus, dass es in den letzten Tagen zu Hunderten Stürzen im Kanton gekommen ist. Die meisten sind wohl glimpflich ausgegangen.»

In der Tat. Fast jeder kennt dieser Tage jemanden, der auf dem Eis verunglückt ist. Besonders Velofahrer leben gefährlich. Einen Zuger Behördenmitarbeiter hat es jüngst gleich zweimal erwischt. «Ich bin um 5.30 Uhr ins Büro geradelt und zu schnell unterwegs gewesen», erzählt der Gestürzte. Er habe sich glücklicherweise nicht arg verletzt, weil er einen Helm trage. Er empfiehlt anderen Velofahrern, langsamer zu fahren. Ivo Hunn, Präsident des Velo Clubs Baar-Zug, rät Radfahrern, lieber gleich auf den ÖV umzusteigen. «Weil langsamer fahren, das bringt bei eisigen Strassenverhältnissen ja nur dann etwas, wenn man wirklich ganz langsam fährt oder absteigt.» Ihm selbst sei im Winter noch nichts passiert. «Meistens sind die Velowege auch tipptopp gesalzen.»

Zu wenig gesalzen?

Aber salzen die Gemeinden tatsächlich ausreichend die Trottoirs? «Aufgrund der derzeit schwierig einzuschätzenden Verhältnisse bezüglich der Gefahr von überfrierenden Gehwegen wird eher mal etwas mehr gesalzen», versichert André Wicki, Bauchef der Stadt Zug. Die Situation werde jeden Tag beziehungsweise jeden Vorabend neu eingeschätzt und die Planung für den nächsten Tag entsprechend vorgenommen. «Der Salzeinsatz erfolgt situativ, nach dem Motto so viel wie nötig, so wenig wie möglich.» Aber auch Wicki räumt ein, dass ihm Rückmeldungen von auf vereisten Wegen Gestürzten zu Ohren gekommen seien. «Ja, leider kommt das vor, zumal wir nicht immer und überall gleichzeitig sein können. Wir bitten deshalb alle Fussgängerinnen und Fussgänger um die nötige Vorsicht und allenfalls kleine Umwege in Kauf zu nehmen – beziehungsweise auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.» Was neuralgische Stellen anbelangt, lege der städtische Werkhof momentan ein besonderes Augenmerk etwa auf Übergänge von Wegen auf Plätzen, auf die Umgebung von Gebäuden sowie auf Bushaltestellen, so Wicki.

Auch Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, kann bestätigen, dass er jüngst von mehreren ausgerutschten Fussgängern gehört habe. Was die Autofahrer betreffe, habe die Zuger Polizei wegen glatter Strassen bislang weniger zu tun gehabt als letztes Jahr. «Ausser der Massenkarambolage jüngst auf der Autobahn bei Küssnacht und einigen kleineren Vorfällen hat es bislang nichts gegeben.» Er führt dies zum einen darauf zurück, dass die meisten Autofahrer mittlerweile mit Winterpneus unterwegs seien. «Zum anderen hat es ja im Vergleich zum Vorjahr nicht so einen heftigen Wintereinbruch gegeben.»

Doch die Tatsache, dass auf den Strassen bislang noch nicht so viel passiert ist, hängt wohl auch damit zusammen, dass die Hauptachsen besser gesalzen sind als so manche Trottoirs. «Wir konnten bisher auf der Autobahn meistens ausreichend streuen, bevor es glatt geworden ist», sagt Roger Flori, Fachbereichsleiter für den Betrieb Nationalstrassen bei der Zentras. Und das bei weniger Einsätzen als im letzten Jahr – 13 statt 36. Flori erklärt aber, dass der Nebel eine besondere Herausforderung sei. «Durch die kontinuierliche Nässe lässt die Salzkonzentration nach, und wir mussten deshalb schon nachsalzen.»

«Schutzlos ausgesetzt»

Das kantonale Tiefbauamt versichert: «Die hartnäckige Nebellage der letzten Tage hat uns veranlasst, die ausserordentlichen Gefahrenstellen im Kanton besonders intensiv zu beobachten», so Andreas Defuns, Abteilungsleiter vom Strassenunterhalt. Wo nötig – sei in Absprache mit den jeweiligen Gemeinden zusätzlich Salz ausgebracht worden. «Wir legen beim Winterdienst auch ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit von Fussgängern und Radfahrern. Sie sind den Gefahren von Schnee und Eis besonders schutzlos ausgesetzt.»

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