Solarenergie: Zug schöpft das Potenzial noch nicht aus

In Zug ist Hünenberg Spitzenreiter in der Solarenergie, doch im Kanton gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Emily Flammer
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EIne Fotovoltaikanlage auf den Dächern der Schule Sunnegrund in Steinhausen. (Bild: Stefan Kaiser, 18. August 2015)

EIne Fotovoltaikanlage auf den Dächern der Schule Sunnegrund in Steinhausen. (Bild: Stefan Kaiser, 18. August 2015)

WWF und «Swiss Energy Planning» haben das genutzte Potenzial von geeigneten Solardächern in den Zentralschweizer Gemeinden analysiert. Das Ergebnis beweist: Alle Gemeinden haben noch grosses Verbesserungspotenzial. Während Hünenberg als Spitzenreiter der Zuger Gemeinden 6,21 Prozent des Solarpotenzials nutzt, kann die Gemeinde nicht mit Triengen (LU) mithalten, die es mit 16,2 Prozent auf den Platz der besten Zentralschweizer Gemeinde schafft.

In der Rangliste der fünf besten Zuger Gemeinden folgt auf Hünenberg Menzingen, anschliessend Baar, Cham und mit 3,84 Prozent Oberägeri. Der durchschnittliche Wert aller Schweizer Gemeinden sieht mit 3 Prozent beträchtlich schwach aus.

Die Vorbildfunktion 
der Gemeinde

Laut Medienmitteilung fordert der WWF die Gemeinden dazu auf, als Vorbild voranzugehen und diejenigen öffentlichen Dächer, die gut geeignet sind, zu nutzen. «Sie können den Bau von Solaranlagen vorantreiben. Einwohnerinnen und Einwohner brauchen attraktive Rückliefertarife und Förderbedingungen», sagt Myriam Planzer, Projektleiterin Energiewende beim WWF Schweiz.

«In Hünenberg haben viele Private die Zeichen der Zeit erkannt und nutzen die attraktiven Rahmenbedingungen», informiert Dominik Barmet, Fachperson für Tiefbau und Planung in Hünenberg, über die Situation in der Gemeinde. Gründe für die Spitzenposition Hünenbergs seien zu einem grossen Teil im Einfluss der Elektrogenossenschaft Hünenberg (EGH) zu finden. Diese engagiert sich in Sachen Beratung als auch mit attraktiven Rückspeisungstarifen für eine umweltfreundliche Energieversorgung. Als Hauptanbieter von Wärme und Strom in der Gemeinde versorgt die Genossenschaft viele Haushalte mit Energie aus ihrem Biomasse-Kraftwerk.

Laut Dominik Barmet ist die Investition in Fotovoltaikanlagen bereits attraktiv. Für weitere Fortschritte sei die wiederholte Kommunikation der Möglichkeiten für die Einmalvergütung durch den Bund, das Energieförderprogramm der Gemeinde und der Zusammenschluss zur Eigenverbrauchsgemeinschaft wichtig. Ausserdem werde per 1. August die Unterstützung von PV-Anlagen im Energieförderprogramm der Gemeinde wieder aufgenommen, wie Barmet weiter ausführt.

Zuger 
Solarkataster zeigt Möglichkeiten auf

Seit 2013 hat der Kanton Zug einen online Solarkataster, mit dem Ziel, «die Nutzung von Solarenergie, insbesondere den Einsatz von Fotovoltaikanlagen, zu fördern», wie Baudirektor Florian Weber erklärt. «Der Solarkataster ist auf dem Geoportal des Kantons Zug aufgeschaltet. Es ist eine Karte, die Hinweise liefert, ob eine Dachfläche für die Nutzung von Solarenergie geeignet ist. Klickt man auf eine Dachfläche, so erscheint der elektrische Ertrag, den man mit Solarenergie erzielen könnte.» Der Solarkataster stelle ein wichtiges Element zur Förderung von erneuerbaren Energien im Kanton Zug dar, so Weber. Rückmeldungen von Bauherrschaften und Planern hätten gezeigt, dass der Kataster rege genutzt werde.

«Es ist korrekt, dass im Kanton Zug das Potenzial an Solarenergie noch lange nicht ausgeschöpft wird», gibt der Baudirektor zu. «Ein Grund liegt wohl darin, dass im Kanton Zug in erster Priorität die Sanierung von Gebäudehüllen gefördert wird. Hier liegt das weitaus grösste Potenzial für die Reduktion von CO2- Emissionen.» Bisher wird nur etwas mehr als 1 Prozent des Strombedarfs des Kantons Zug mit Zuger Solarstrom gedeckt. Gemäss Medienmitteilung des Katasters könnte rund ein Drittel des Strombedarfs des Kantons mit Fotovoltaik auf Zuger Dächern gedeckt werden.