Unihockey
Die Zugerinnen haben das schnelle Saisonende abgewendet

Die United gewinnt in der NLA-Viertelfinal-Serie das dritte Spiel gegen Burgdorf dank Nerven aus Stahl.

Samira Inglin
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United-Goalie Micheline Müller herzt Ramona Bichsel.

United-Goalie Micheline Müller herzt Ramona Bichsel.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. März 2021)

«Totgesagte leben länger.» Mit diesem Satz begann und beendete der Zuger Headcoach Drago Petrovics seine Ansprache nach dem Spiel. Die Zugerinnen, die in der Partie gegen Burgdorf erst nach 55 Minuten ein erstes Mal in Führung gegangen waren, sassen nach einer turbulenten Schlussphase erleichtert in der Garderobe und freuten sich nach dem 4:3-Erfolg über den ersten Playoffsieg seit vielen Jahren.

Mit dem grösstmöglichen Druck – einem 0:2 Rückstand in der Viertelfinalserie – starteten die Zugerinnen ins Spiel. Mit neu zusammengesetzten Linien, neuen Spielideen und einer Menge Leidenschaft sollte der Anschluss in der Serie geschafft und das Saisonende abgewendet werden. Das nötige Abschlussglück lag im Startabschnitt weder auf Seiten der Gastgeberinnen in Zug noch auf Seiten der Gäste in schwarz. Während die United-Spielerinnen mehrmals an der roten Torumrandung scheiterten, fanden die sonst so unwiderstehlichen Abschlüsse der Bernerinnen ihren Meister in Torhüterin Micheline Müller. Beide Teams gingen angespannt in die Pause, war ein torloses Drittel doch eher eine Seltenheit in den Aufeinandertreffen dieser Teams.

Auf und Ab im Mittelabschnitt

Dann ging es sehr schnell. 13 Sekunden nach Wiederanpfiff waren es die Burgdorfer Wizards, die den ersten Treffer erzielten. Noelle Weis tankte sich an der Bande durch und verwertete souverän. Es folgte eine Kopie der vorangegangenen Begegnung: Im direkten Gegenzug wurde Ada Hök von Eliska Trojankova mustergültig im Slot bedient und glich zum 1:1 aus.

Zeit zum Durchatmen blieb jedoch nicht. Die Topskorerin Hanimann nutzte einen Verteidigungsfehler Zugs gnadenlos zur neuerlichen Führung aus. Zur Mitte des zweiten Drittels hagelte es gleich mehrere Strafen: Während Herzog auf Zuger Seite auf der Strafbank sass, wurde auf der Gegenseite Rudin für zwei Minuten aus dem Spiel genommen. Kaum waren beide wieder auf dem Feld, wurde Rudin zum zweiten Mal vom Schiedsrichter nach draussen geschickt. Hök fackelte im Powerplay nicht lange und traf per sehenswertem Slapshot zum 2:2.

Goalie Müller als sicherer Rückhalt

Der letzte Spielabschnitt wurde von beiden Seiten wieder kontrollierter in Angriff genommen. Während Zug geduldig auf Chancen wartete und sich nicht aus der Ruhe bringen liessen, verzweifelte Bern-Burgdorf an der glänzend aufspielenden Micheline Müller.

Romana Gemperle (links) freut sich über das Tor von Anna Reber.

Romana Gemperle (links) freut sich über das Tor von Anna Reber.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. März 2021)

Bis zur 55. Minute mussten sich die Zugerinnen gedulden, ehe Anna Reber plötzlich alleine vor Töndury stand und abgeklärt zur 3:2 Führung traf. Die erstmalige Zuger Führung nahm Tanja Kyburz auf Seiten der Wizards zum Anlass, mit einem satten Weitschuss sowohl den Ausgleich zu schiessen als auch Ada Höks Stock zu Bruch gehen zu lassen. Die letzten Minuten waren an Spannung kaum zu überbieten. Zug erkämpfte sich einen letzten Ball, und nach hervorragender Vorlage Gemperles erzielte Sandra Kuster das 4:3.

Dank einer konzentrierten Leistung wehrt Zug United den ersten Berner Matchball ab und kämpfte sich in die Serie zurück. Das nächste Aufeinandertreffen findet am Samstag bei den Bernerinnen statt.