Unihockey
Die Zugerinnen sinnen in den Playoffs auf Revanche

Für das formstarke Team der United beginnt am Samstag die Viertelfinalserie. Im Hintergrund wird bereits die Zukunft gestaltet.

Ruedi Burkart
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Erfolgsgarantinnen: Zugs Goalie Micheline Müller und Captain Ramona Bichsel (Mitte).

Erfolgsgarantinnen: Zugs Goalie Micheline Müller und Captain Ramona Bichsel (Mitte).

Bild: Matthias Jurt (10.Januar 2021)

Dank drei Siegen de suite gegen die Top 3 der Tabelle haben die Zugerinnen in den vergangenen Wochen ganz starke Zeichen an die Konkurrenz gesendet und die Master Round auf dem vierten Rang abgeschlossen. Ein 7:4-Auswärtssieg gegen die Skorpions Emmental sowie je eine 4:1-Gala gegen die beiden Liga-Schwergewichte Kloten-Dietlikon und Piranha Chur lassen vor dem Start zu den Playoffs Team und Fans träumen.

«Wir haben einen guten Lauf, das stimmt», sagt der Zuger Chefcoach Drago Petrovic, «aber um in den Halbfinal zu kommen, müssen wir weiterhin konzentriert arbeiten.» In einer Best-of-five-Serie messen sich die Zugerinnen mit dem Tabellenfünften, den Wizards Bern Burgdorf. Die erste Partie findet am Samstag um 19 Uhr in der Zuger Kantonsschule statt, tags darauf geht es mit einem Auswärtsspiel in Burgdorf gleich weiter.

Mit so viel Selbstvertrauen wie lange nicht mehr

Schon vor einem Jahr duellierten sich die Zentralschweizerinnen im Playoff-Viertelfinal mit den Bernerinnen. Damals war Zug ohne Chance, verlor die Serie mit 0:3 nach Siegen und kassierte sage und schreibe 30 Gegentore. Wenige Tage danach wurde die Saison bekanntermassen wegen der Coronapandemie abgebrochen. «Ja, wir haben definitiv eine Rechnung mit den Wizards offen», sagt Zugs Captain Ramona Bichsel. Es sei an der Zeit, die Scharte aus dem vergangenen Winter auszuwetzen. Die 24-jährige Verteidigerin freut sich wie ihre Teamkolleginnen auf die entscheidende Saisonphase. Bichsel sagt weiter:

«Ich bin so stolz auf unser Team. Wir sind in einem wirklich guten Groove und haben mit den drei Erfolgen gegen vor uns klassierte Teams viel Selbstvertrauen getankt.»

Dass die Zentralschweizerinnen während der laufenden «Coronameisterschaft» dermassen stark aufspielen, hat laut Coach Petrovic verschiedene Gründe. Er, der in der zweiten Saison an der Bande der United steht, lokalisierte während der vergangenen Saison – als nur der achte Rang herausschaute – drei Problemzonen: «Wir mussten die Physis verbessern und konstanter werden, und vor allem mussten wir an der mangelhaften Chancenauswertung arbeiten.» So geschah es.

«Das Team investierte im Sommertraining extrem viel. Die Frauen arbeiteten hart, viele legten auch Extraschichten ein. Das Resultat sieht man jetzt.»

Bei den Zugerinnen stimmt auch die Mischung von jungen, wilden Akteurinnen und bestandenen Routiniers. «Ganz wichtig ist auch, dass wir absolute Leistungsträgerinnen aus dem Ausland engagieren konnten», so Petrovic. Die beiden Tschechinnen Kamila Paloncyova und Ivana Supakova sowie die Polin Weronika Noga sorgen in der Defensive für Stabilität, die Schwedin Ada Hök macht im Angriff Dampf, und die erst 18-jährige Tschechin Eliska Trojankova ist ein Versprechen für die Zukunft. Angereichert mit den talentierten Schweizer Akteurinnen ergibt dies eine hochexplosive Mischung. Kein Zweifel: Zug United ist bereit für den ganz grossen Coup.

Der Trainer wird wohl in Zug bleiben

Ob Dragan Petrovic über das Ende der laufenden Saison hinaus am Zugersee bleiben wird, ist noch offen. Sein Vertrag läuft aus, über eine Verlängerung konnte er sich mit den Vereinsverantwortlichen bis dato noch nicht einigen. «Aber von meiner Seite ist das Interesse da, und auch der Klub scheint nicht abgeneigt zu sein», so Petrovic. Es gehe um letzte Details:

«Ich würde mal sagen, wir sind uns zu 90 Prozent einig.»

Das Gros des Kaders dürfte auch in der nächsten Saison das Zuger Dress tragen, gibt sich der Trainer zuversichtlich. Die Verträge mit Leistungsträgerinnen – wie Torhüterin Micheline Müller, Verteidigerin Noga oder auch Stürmerin Romana Gemperle– wurden bereits verlängert. Und erste Zuzüge sind auch schon klar: Die beiden Tessinerinnen Giada Intraina und Simona Chinotti kommen von Mendrisiotto.

Die weiteren Paarungen: Chur (3. der Qualifikation) – Winterthur (6.). Emmental (2.) – Berner Oberland (8.). Kloten-Dietlikon (1.) – Laupen ZH (7.). Spieltermine: 27., 28. Februar, 6. und eventuell 13. und 14. März. Alle Matches auf www.swissunihockey.tv.