UNIHOCKEY: Gute Ausbildung ist der Schlüssel

Die Zentralschweizer Nachwuchsförderung leistet seit zehn Jahren hervorragende Arbeit. Nun hat das in Rotkreuz und Zug beheimatete Leistungszentrum das Ziel, ein neues Qualitätslabel zu erreichen.

Martin Mühlebach
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Moritz Schaumlechner (Mitte) vom Nachwuchsteam Zugerland setzt sich gegen zwei Gegner durch. (Bild: Maria Schmid (Cham, 22. Januar 2017))

Moritz Schaumlechner (Mitte) vom Nachwuchsteam Zugerland setzt sich gegen zwei Gegner durch. (Bild: Maria Schmid (Cham, 22. Januar 2017))

Martin Mühlebach

sport@zugerzeitung.ch

 

Das regionale Unihockeyleistungszentrum in Rotkreuz und Zug bietet talentierten jungen Unihockeyanern vereinsergänzende und professionell geleitete Trainings in den Sparten Athletik, Technik, Spiel und Taktik an. Überdies kümmert sich das Leistungszentrum um die Betreuung von aktuell sieben Sportschülerinnen und Sportschüler der Kunst- und Sportschule Cham und um einen Absolventen der Sportschule Kriens. So kommen sie zusammen mit den Trainingseinheiten in ihren Vereinen auf die von der Sportschule verlangten zehn Trainingsstunden pro Woche.

Der in Unterägeri geborene Raphael Iten, der Präsident der Zentralschweizer Nachwuchsförderung (ZNF) und des am 29. November 2016 in Baar neu gegründeten Zentralschweizer Unihockeyverbands (ZUV) betont: «Gerade im Teamsport ist es wichtig, dass jeder Sportschüler die Möglichkeit hat, individuell auf seine spezifischen Bedürfnisse ausgerichtete Lerninhalte erarbeiten zu können.

Vom Streben nach dem Qualitätslabel

Das Qualitätslabel von Swiss Unihockey wäre für das Leistungszentrum Rotkreuz und Zug ein weiterer Meilenstein in der Unihockey-Nachwuchsförderung in der Zentralschweiz. Genauso wie die Initiierung und Durchführung von Zentralschweizer Meisterschaften auf verschiedenen Juniorenstufen sowie eines U-16-Cups und die Formierung von U-15-Auswahlteams in den Zentralschweizer Kantonen. Als Iten gefragt wird, was er als bisheriges Highlight in seiner umtriebigen Nachwuchsförderung bezeichne, nennt er die kurz nach der Gründung der ZNF geglückte Bildung eines Zentralschweizer U-15-Auswahlteams. Als grössten Erfolg bezeichnet Iten den Gewinn der Nationalen U-15-Trophy im Jahr 2009 in Kerzers, wo sich die Zentralschweizer Auswahl gegen alle Konkurrenten durchzusetzen vermochte. Ein Blick auf die Unihockeylandkarte verdeutliche den Wert dieses Erfolgs. Während in Bern vier, in Zürich und Umgebung drei und im Bündnerland zwei Nationalliga-Vereine beheimatet seien, habe in den letzten 25 Jahren kein Zentralschweizer Herrenteam der höchsten Spielklasse des Landes angehört. «Umso wichtiger», so Iten, «ist es, dass nun neue Gefässe entstanden und bereits am Wirken sind, die für die mittel- und langfristige Zukunft die Grundlagen für einen Aufschwung der Zentralschweizer Unihockeyszene garantieren.»

Bereits sind erste Erfolge zu verzeichnen

Sichtlich erfreut und stolz verrät Raphael Iten: «Seit der vergangenen Saison spielt ein U-14-Team des ZNF-Leistungszentrums sehr erfolgreich in der Meisterschaft von Swiss Unihockey. 2016 beendeten die jungen Cracks die Saison als Tabellenerster in ihrer Gruppe. Das trug ihnen die Teilnahme an den Finalspielen der Schweizer Meisterschaft in Erlen (Kanton Thurgau) ein, die sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille krönten.» Auch in der laufenden Saison ist das U-14-Team des Leistungszentrums auf Erfolgskurs. Das Team thront ohne jeglichen Punkteverlust unangefochten als Leader der Gruppe 3. Am vergangenen Wochenende gewann die unter der Bezeichnung Team Zugerland I spielende Mannschaft ihr Heimturnier in Cham mit einem 17:0-Sieg gegen Zäziwil und einem 9:2-Sieg über das stark eingestufte Berner Team von Wiler-Ersigen. Lars Wieders, der Co-Trainer und Chef des Leistungszentrums attestiert seinen Jungs ein «beachtliches Können auf einem hohen Niveau». Auf die ketzerische Bemerkung, es seien doch nur gescheiterte Fussballer, die Unihockey spielen würden, sagt Wieders: «Es mag sein, dass dies früher so gewesen ist. Aber heute ganz bestimmt nicht mehr. Es ist eher umgekehrt. Das Unihockey hat sich zu einem technisch anspruchsvollen Hochtempospiel entwickelt, das den Akteuren sehr viel abverlangt.»

Unihockey sei ebenso temporeich wie Eishockey. Zudem sei es heute der zweitgrösste Teamsport der Schweiz gemessen an der Anzahl lizenzierter Spielerinnen und Spielern und erfreue sich grosser Beliebtheit. Lars Wieders ist überzeugt, dass sein Team die laufende Saison, wie schon im Jahr zuvor, als Tabellenleader seiner Gruppe abschliessen kann. Dieser Platz brächte dem Zuger Team die Teilnahme an den Schweizer Meisterschafts-Finalspielen. Und da diese Spiele am 29. und 30. April 2017 in Rotkreuz ausgetragen werden, hofft er natürlich für sein Team Zugerland I auf den Gewinn des Schweizer-Meister-Titels.

Ausbildung hat hohen pädagogischen Wert

Vom Titelgewinn träumt auch Jan Schmid, der Verteidiger der U 14 des Teams Zugerland I, der erst erfolgreich Fussball spielte, ehe er zum Unihockey wechselte. Sehr zur Freude von Mutter Patricia Schmid. Sie sagt: «Im Fussball geht es viel rauer zu und her als im Unihockey. Als Fussballer verlor mein Sohn oftmals die Nerven, als Unihockeyaner hat er sie hingegen im Griff.» Jan verkündet: «Unihockey wird viel schneller gespielt als Fussball. Man muss zu jeder Sekunde hellwach sein, sich auf das Spiel und seine Entwicklung konzentrieren und die Nerven im Griff haben. Das macht mir unglaublich Freude und Spass.» Zusammenfassend könnte man sagen: «Unihockey hat auch einen grossen pädagogischen Wert.»

Hinweis

Mehr über die Unihockey-Talentförderung in der Zentralschweiz finden Sie unter

www.top15unihockey.ch.