Unihockey
Zwei Tore sind zu wenig: Zug United verliert erneut

Beim 2:5 gegen den Schweizer Rekordmeister SV Wiler-Ersigen in der NLA trifft bezeichnenderweise einzig Verteidiger Raphael Neidhart.

Peter Rohner
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Die Zuger (im Bild Goalie Petter Nilsson) wehren sich nach Kräften, letztlich aber erfolglos.

Die Zuger (im Bild Goalie Petter Nilsson) wehren sich nach Kräften, letztlich aber erfolglos.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Januar 2021)

Wie schwer sich Zug United und Wiler-Ersigen derzeit mit dem Toreschiessen tun, manifestierte sich in der Schlussphase. Die Zentralschweizer ersetzten Keeper Petter Nilsson durch einen sechsten Feldspieler und suchten mit dem Mute der Verzweiflung den Anschlusstreffer. Zwar gelang es bisweilen, das Heimteam in dessen Platzhälfte einzuschnüren. Doch gefährliche Abschlüsse blieben aus. Und kam ein Zuger dann doch zum Abschluss, flog sein Schuss weit am Tor vorbei.

Vielmehr hatte Wiler-Ersigen die eine oder andere Kontergelegenheit, und es war schon fast Slapstick, dass die Berner den Ball nicht ins leere Tor brachten. Erst 16 Sekunden vor Schluss, nach einem Freischlag und einem verpatzten Zuger Wechsel, traf Gianluca Persici doch noch zum 5:2.

Die Zuger liegen nur am Anfang in Führung

Dabei hatte der Abend aus Zuger Sicht sehr gut begonnen. Raphael Neidhart fand mit seinem Schuss eine Lücke unter dem in dieser Situation etwas unglücklich agierenden Goalie Yanick Flury zum 1:0. Es war der erste NLA-Treffer für den 18-jährigen Verteidiger, der nach guten Leistungen in der Vorbereitung vereinsintern befördert worden war. Und Neidhart traf im zweiten Drittel gar noch ein zweites Mal. Diesmal nach einer herrlichen Kombination über Adrian Furger und Oliver Bäcklin. Der Schönheitsfehler aus Zuger Sicht war dabei, dass inzwischen auch Wiler-Ersigen getroffen hatte – zweimal sogar. Erst wurde Yannis Wyss vergessen, was der 20-Jährige zum 1:1-Ausgleich nutzte. Und der auf diese Saison neu verpflichtete Tscheche Matyas Krebner traf im Powerplay mit einem satten Direktschuss zur erstmaligen Führung des Heimteams.

Kursweisend war letztlich der Doppelschlag des Rekordmeisters zu Beginn des dritten Spielabschnitts. Innerhalb von 62 Sekunden stellten Radek Sikora und Marco Louis auf 4:2. Beim dritten Gegentreffer standen gar nur vier Zuger auf dem Feld, weil, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, ein fliegender Wechsel überhaupt nicht funktionierte. Und beim 4:2 gewährte ausgerechnet der sonst stark spielende Neidhart dem Torschützen Louis etwas zu viel Platz. Die Zuger fanden keinen Weg mehr, sich aus dieser Schieflage zu befreien. «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen», befand Severin Nigg nach der Partie. «Wiler war das bessere Team und hat verdient gewonnen.»

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