Leserbrief
Unnötige Attacke auf den Finanzdirektor

«Tännler sieht keinen Ausstandsgrund», Zuger Zeitung vom 21. Juli

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Mit grossem Erstaunen habe ich heute den neuesten Artikel zum Verkauf des «Alten Bahnhöfli» in Oberägeri im sommerlichen Nachrichtenloch gelesen. Krampfhaft wird dabei aktiv in unredlicher Weise versucht, den Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler in den Fokus dieser gemeindlichen Affäre zu ziehen. Dies, nachdem vor mehr als zwei Jahren eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat von Oberägeri von der unterlegenen Firma beim Regierungsrat eingereicht worden ist. Im Artikel wird nun die Frage gestellt, ob es in Oberägeri bei diesem Geschäft Absprachen, Seilschaften und Korruption gegeben habe? Nein, sagte dazu nach anderthalbjähriger Untersuchung die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, und der Regierungsrat trat gar nicht erst auf die Beschwerde ein. Wer nun meint, die Angelegenheit sei endgültig abgeschlossen, täuscht sich.

Jetzt wird perfide auf Regierungsrat Heinz Tännler gezielt, der mit diesem Verkauf nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Dies ganz im Gegensatz zum Gemeinderat von Oberägeri, der das damalige Geschäft vor der dortigen Gemeindeversammlung öffentlich vertreten hat. Es gilt dabei die Unschuldsvermutung.

Zur Erinnerung: Rechtsanwalt Heinz Tännler wurde im Herbst 2006 in den Zuger Regierungsrat gewählt. Von 2007 bis 2014 war er der wohl erfolgreichste Baudirektor der letzten drei Jahrzehnte und erarbeitete Projekte, welche heute, viele Jahre später, immer noch hochaktuell sind, darunter bedeutende Strassen- und Hochbauprojekte, wichtige Umweltprojekte, vielfältige raumplanerische Herausforderungen et cetera. Nachdem sich die kantonalen Finanzen in einem historisch katastrophalen Abwärtstrend befunden haben (minus 140 Millionen Franken im Jahr 2014), übernahm er diese Direktion ab 2016 von seinem in den Ständerat gewählten Vorgänger. Es dürfte zudem unbestritten sein, dass der Finanzdirektor in den letzten eineinhalb Coronajahren in vielfältiger Hinsicht erfolgreich unterwegs war, jedenfalls hat es hier mit dem Härtefallgeldern viel besser geklappt als andernorts. Es ist ihm zudem das fast Unmögliche als Finanzdirektor gelungen, nämlich die zahlreichen Nehmerkantone dazu zu bewegen, ihre masslosen Forderungen an die Geberkantone zu mässigen und auf den ersten NFA-Kompromiss nach Einführung (ab 2009) einzutreten. Alleine mit diesem kaum beachteten Erfolg konnte der Kanton in den letzten drei Jahren Dutzende von Millionen Franken Steuergeld einsparen, die jetzt viel sinnvoller ausgegeben werden können.

Dass die «Zuger Zeitung» nun im Sommerloch 2021 einen unnötigen «Fall» gegen Regierungsrat Tännler zu konstruieren versucht, erstaunt mich doch sehr. Geht man zudem davon aus, dass dieser vor bald 19 Jahren zuletzt eine Beurkundung für die invol­vierte Gesellschaft vornahm, dann ist das doch eine üble und höchst unfaire Verdächtigung. Zudem ist zu sagen, dass die «Zuger Zeitung» sich generell gegenüber den Exekutiven zumeist wohlwollend korrekt, zahm und zurückhaltend äussert, nun das Schwert gegen einen Unbeteiligten ergreift, überrascht und enttäuscht doch sehr. Chefredaktion und Journalisten unserer einzigen Tageszeitung sind gebeten, bei den teilweisen oberschwachen Leistungen einzelner Verantwortungsträger im Kanton Zug doch noch vor den nächsten Wahlen genauer hinzuschauen und vertieft zu recherchieren und nicht spekulative Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen. Sie sind so abstrus, wie der Verdacht aufgrund der Zugehörigkeit zu irgendeinem Wahlkomitee sei man automatisch ein «korrupter» Geldgeber des jeweiligen Kandidaten.

Philip C. Brunner, Fraktionspräsident SVP, Zug