Kolumne

Unser «Drei-Mädel-Haus»

Unsere Redakteurin erinnert sich, wie es war mit zwei Schwestern aufzuwachsen. 

Carmen Rogenmoser
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Carmen Rogenmoser.

Carmen Rogenmoser.

Es ist bestimmt schon 20 Jahre her. Damals waren meine Familie und ich unterwegs in die Sommerferien nach Italien. In Pisa machten wir einen Zwischenhalt. Das Ziel war – klar – der berühmte schiefe Turm. Nur, gefunden haben wir ihn nicht. Noch heute bringt diese Geschichte die ganze Familie zum Lachen. Wie es so weit kommen konnte, offenbarte sich meinen zwei Schwestern und mir erst einige Jahre später.

Wieder waren wir als Familie unterwegs. Dieses Mal stand ein Städtetrip in Paris an. Unsere Eltern hatten die Stadt der Liebe schon einige Male besucht, gar ihre Flitterwochen hier verbracht. Sie kannten sich also aus. Dachten wir. So standen wir vor dem Bahnhof und genossen die Anziehungskraft der Stadt. Das erste Ziel war das Hotel. Unser Vater schaute sich die Stadtkarte an und entschied sich überzeugt für eine Richtung. Wir folgten. Etliche Runden drehten wir, bis wir schliesslich vor dem richtigen Hotel standen. Am Abend wiederholte sich die Szene bei der Suche nach dem im Vorfeld ausgesuchten Restaurant.

Uns Töchtern – in der Zwischenzeit hatten wir selbstständig schon Reisen und Städtetrips unternommen und eigene Erfahrungen gesammelt – dämmerte es allmählich: Unser Vater konnte gar nicht so gut Karten lesen, wie wir bisher glaubten. Diese plötzliche Erkenntnis liess uns alle mitten in Paris in lautes Lachen ausbrechen. Wie konnten wir unserem Vater jahrelang einfach blind folgen?

Er nahm das Ganze mit Humor. Als Vater von drei Töchtern war er es sich das eh gewohnt. Oft wurde er wegen seines «Drei-Mädel-Hauses» bemitleidet. «Was, drei Mädchen? Dir hätte ich einen Jungen gegönnt.» Diesen Spruch hörten wir oft. Er erwiderte stets trocken: «Mir geht es gut.» Die Eltern machten nie ein Thema aus dem Umstand, dass wir alle Mädchen sind. Wichtig war ihnen bloss, dass wir selbstständig sind. So überreichte uns unser Vater beim Auszug von zu Hause je einen Werkzeugkasten. Ich habe meinen noch heute und nutze ihn regelmässig.

Seit diesem Zeitpunkt allerdings übernehmen wir Frauen die Reiseleitung. Zwar sind wir zielsicherer unterwegs, verpassen aber wohl auch das eine oder andere Sehenswürdige, das nicht im Reiseführer steht.

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