Steinhausen: Steuerreform wirkt sich auf Gemeindefinanzen aus

Im Budget der Gemeinde Steinhausen resultiert ein kleiner Aufwandüberschuss von 317000 Franken.

Rahel Hug
Merken
Drucken
Teilen
Blick von oben auf die Gemeinde Steinhausen. (Bild: Beat Krähenbühl/Flying Camera, 26. Juni 2018)

Blick von oben auf die Gemeinde Steinhausen. (Bild: Beat Krähenbühl/Flying Camera, 26. Juni 2018)

Fast eine schwarze Null: Das Budget für das Jahr 2020 der Gemeinde Steinhausen prognostiziert bei einem Ertrag von 53,4 Millionen und einem Aufwand von 53,7 Millionen Franken ein Minus von 317000 Franken. Die Gemeinde rechnet dabei mit einem unveränderten Steuerfuss von 60 Prozent. Die Nettoinvestitionen für das kommende Jahr belaufen sich auf 8,5 Millionen Franken.

Die aktuellen Zahlen ähneln jenen aus dem Vorjahr. Auf der Ertragsseite kann die Gemeinde leicht höhere Einnahmen verzeichnen. Dies sei in erster Linie auf die Negativzinsen und auf höhere Erträge bei den juristischen Personen zurückzuführen, sagt Finanzvorsteherin Carina Brüngger, wobei sie an den Erträgen aus den Negativzinsen keine Freude hat. «Daran können wir aber nichts ändern.» Zur Aufwandseite sagt die FDP-Gemeinderätin: «Unsere Abteilungen arbeiten sehr seriös und kostenbewusst.» Deshalb seien die Aufwände kaum angestiegen.

Staf-Vorlage wird man ab 2021 spüren

«Es kann erwartet werden, dass das Budget 2019 bei den Steuereinnahmen um rund 2,5 Millionen Franken übertroffen wird, wobei hohe Nachträge aus den Vorjahren zu verzeichnen sind, die nicht anhaltend sein werden», schreibt der Gemeinderat in der Vorlage zur Gemeindeversammlung vom 5. Dezember. Aufgrund der Entwicklung dürfe aber auch im Jahr 2020 ein leicht höherer Fiskalertrag budgetiert werden. Also keine Wolken am Steinhauser Finanzhimmel? Carina Brüngger ist zwar zufrieden mit der aktuellen Situation, äussert sich aber vorsichtig, was die Zukunft betrifft. Der Grund ist die Umsetzung der Staf-Vorlage (Steuerreform und AHV-Finanzierung). «Die Staf wird uns relativ stark treffen», sagt sie.

Dies, weil in Steinhausen viele ordentlich besteuerte Unternehmen ansässig seien, für die der Kanton die Steuern senken wird. «Das werden wir bereits ab dem Jahr 2021 spüren. Im Finanzplan sind deshalb schon dann Mindereinnahmen bei den Steuern von rund 4 Millionen einkalkuliert.» Diese Aussichten sind auch ein Grund dafür, dass die Gemeinde keine Steuersenkung oder einen Rabatt für das kommende Jahr in Betracht zieht, wie es mehrere andere Zuger Gemeinden planen. Die Finanzchefin sagt: «Eine Senkung des Steuerfusses liegt aus heutiger Sicht nicht drin.» Die Gemeinde müsse zudem mehrere Darlehen zurückzahlen, es würden also keine Steuern «auf Vorrat» erhoben.

Gemeindestrassen werden saniert

Was die Investitionen betrifft, kommt ein ruhiges Jahr auf die flächenmässig kleinste Zuger Gemeinde zu. Aktuell sind keine grossen Bauprojekte geplant. An der Gemeindeversammlung wird ein Rahmenkredit von 2,1 Millionen Franken für die Sanierung von Gemeindestrassen vorgelegt. Weiter steht die Ortsplanungsrevision an, und nach dem Abschluss der Sanierung des Rathauses soll auch noch der nördliche Teil der Bahnhofstrasse 3 saniert und umgebaut werden. Dies schlägt mit 3,55 Millionen Franken zu Buche.

Vom Dorf zur Stadt: Kürzlich wurde in Steinhausen die 10000. Einwohnerin begrüsst. Auf die Frage, wie stark die Gemeinde noch wachsen könne, kommt Carina Brüngger auf das Crypto-Areal zu sprechen, das bekanntlich weiterentwickelt werden soll. «Im Moment verzeichnen wir kein starkes Wachstum, doch auf dem Crypto-Areal besteht ein grosses Potenzial. Es ist gut möglich, dass wir dereinst zusätzlichen Schulraum brauchen werden. Das Projekt ist für die Gemeinde sehr interessant.»