Zuger Verband stellt auf Unterflurcontainer um

Der Abfallbewirtschaftungsverband Zeba will mit einer neu formulierten Strategie bis zum Jahr 2030 im ganzen Kanton auf Unterflurcontainer (UFC) umstellen. Für Gemeinden und Private will der Verband finanzielle Anreize schaffen.

Cornelia Bisch
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Guido Hegglin zeigt ZEBA-Verwaltungsratspräsident Paul Langenegger (links), wie ein UFC geleert wird. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 5. September 2018))

Guido Hegglin zeigt ZEBA-Verwaltungsratspräsident Paul Langenegger (links), wie ein UFC geleert wird. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 5. September 2018))

In den wachsenden Gemeinden des Kantons Zug entsteht immer mehr Abfall. Dies zwingt den Zweckverband der Zuger Einwohnergemeinden für die Bewirtschaftung von Abfällen (Zeba), seine Leistungen laufend anzupassen.

Die Delegiertenversammlung hat am 24. August eine für alle Gemeinden verbindliche Strategie entworfen, die eine Umstellung auf Unterflurcontainer (UFC) bis zum Jahr 2030 möglichst flächendeckend im ganzen Kanton vorsieht. «Eigene Erfahrungen sowie die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestätigen dem Zeba, dass UFC die Entsorgungslogistik der Zukunft sind», heisst es in der Einleitung der Strategieschrift. Die Vorteile liegen auf der Hand: UFC sind platzsparend, da unterirdisch angelegt, die Abfallbewirtschaftung läuft hygienisch, ordentlich, und weitgehend ohne Geruchsemissionen ab, und die Sammelstellen sind rund um die Uhr zugänglich. Auch die Leerungen können flexibler angesetzt werden, was letztlich Zeit und Geld spart.

«Nun stellen die Delegierten ihren Gemeinden die Strategie vor», erklärt Verwaltungsratspräsident Paul Langenegger. «An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom 5. November wird dann über die Änderung des Reglements abgestimmt.» Bereits ab 1. Januar 2019 soll die Strategie greifen.

Die Hälfte der Anlagen in der Stadt Zug

Der Zeba hatte im Jahr 2012 einen Kredit von 4,5 Millionen Franken für die folgenden zehn Jahre bereitgestellt, um die Erstellung von UFC zu fördern. Bis heute wurden in den Verbandsgemeinden 152 UFC für 5 Kubikmeter Hauskehricht an über 100 Standorten gebaut. Jährlich werden rund 20 Anlagen neu in Betrieb genommen. Die Zwischenbilanz des Zeba zeigt allerdings, dass grosse Unterschiede bei den einzelnen Gemeinden hinsichtlich der Umsetzung solcher Anlagen bestehen. Rund die Hälfte der UFC wurden allein in der Stadt Zug erstellt. Für eine möglichst flächendeckende Erschliessung des Zeba Verbandgebietes müssen schätzungsweise 700 weitere UFC erstellt werden. «Mit der Strategie möchten wir nun den Anreiz für Gemeinden und Private erhöhen, in dieser Sache aktiv zu werden», so Langenegger. «Das beinhaltet auch Beiträge an den Bau der UFC.»

Kostendeckende Zuschüsse

Bisher hatte der Verband ausschliesslich Material und Betrieb übernommen. Nun bietet er einen Kostenbeitrag von maximal 10000 Franken pro Anlage an. «Dies wird in den meisten Fällen für den Bau eines UFC ausreichen», so Langenegger. Der Verband rechnet mit Gesamtkosten von 12,6 Millionen Franken. Die Sammelkosten beim UFC-Hauskehricht sind mit 99 Franken pro Tonne leicht höher als jene des konventionellen Sammeldienstes. Sie werden jedoch seit dem Jahre 2018 vollumfänglich durch die Sackgebühren gedeckt, die sich in absehbarer Zeit nicht erhöhen werden. Die UFC-Erstellungspflicht soll von heute 90 auf 30 Wohneinheiten reduziert werden. «Aufgrund eines Bundesgerichtsentscheids ist eine Bringdistanz von 350 Metern zumutbar.» Dies ist grundsätzlich eine etwas längere Distanz, als man bei der Sack- oder Rollcontainerentsorgung in Kauf nehmen muss.

Ein wichtiges Element ist die breitere Nutzung der Anlagen auf privatem Grund durch Dritte. «Da der Verband bereits ab 30 Wohneinheiten den Bau eines UFC unterstützt, soll die Anlage auch durch Dritte benützt werden können. Wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie ist, dass die Gemeinden ihr Recht auf die Zuordnung des Einzugsgebietes für jeden einzelnen Standort wahrnehmen», betont Langenegger. Der Zeba wird Gemeinden und Bauherrschaften beim Bau von UFC fachlich unterstützen.