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UNTERÄGERI: 100 Jahre im Dienst der Frauen

Der «Verein junger Mütter» wurde 1917 gegründet. Daraus ist die Frauengemeinschaft gewachsen. Eines ist jedoch gleich geblieben: die gegenseitige Kontaktförderung.
Carmen Rogenmoser
Kerstin Harris, Cornelia Rogenmoser und Tanja Kneringer (von links) von der Frauengemeinschaft Unterägeri mit einer Bank, die speziell für das Jubiläum entworfen wurde. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 2. November 2017))

Kerstin Harris, Cornelia Rogenmoser und Tanja Kneringer (von links) von der Frauengemeinschaft Unterägeri mit einer Bank, die speziell für das Jubiläum entworfen wurde. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 2. November 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Hoch über Unterägeri schwebten die blauen, pinken, violetten, grünen und weissen Ballons an jenem schönen Herbsttag vor einigen Wochen. Vielen Ägerern werden sie aufgefallen sein – und sie werden sich gewundert haben, was es mit dem Ballonbogen auf sich hat. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um eine Überraschung der Katholischen Kirchgemeinde Unterägeri für die Frauengemeinschaft Unterägeri. Diese feiert heuer ihr 100-Jahr-Jubiläum. Doch selbst die Vorstandsfrauen wusste nichts von dieser Überraschung – ausser der Präsidentin Tanja Kneringer. Dies aber auch nur, weil ihr Mann die Ballone organisiert und aufgehängt hat. «Mein Mann war am morgen früh schon im Dorf und fragte mich, als er nach Hause kam, ob die Ballone von der Frauengemeinschaft sind», erinnert sich Kerstin Harris.

Die 55-Jährige ist seit einem Jahr im Vorstand der Frauengemeinschaft tätig. «Ich wusste gar nicht, wovon er redet, und habe mir die Ballone dann aus der Nähe angesehen.» Die Farben passten, ebenso die Zahlen 100 und 30, mit denen die Ballone beschriftet waren. Die Zahl 30 stand für das 30-Jahr-Jubiläum des «Treffs junger Eltern», eine Untergruppe der Frauengemeinschaft. «Das passte also alles», sagt Kerstin Harris. Viele andere hatten ebenso kombiniert und bald war klar, dass damit das grosse Jubiläum gefeiert werden soll.

1 Franken Mitgliederbeitrag

Bereits seit 1917 versammeln sich die Unterägerer Frauen in ihrem eigenen Verein. Fast in jeder Zuger Gemeinde gibt es einen ähnlich organisierten Verein. Alle sind auch Teil des Zuger Kantonalen Frauenbundes, der wieder­um zum Schweizerischen Katholischen Frauenbund SKF gehört. «Verein Junger Mütter» hiess die Gemeinschaft in Unterägeri zu Beginn. Ziel war es, die jungen Frauen in ihrer Aufgabe anzuleiten und zu unterstützen. «Die Aufgaben bestehen heute allerdings eher in der Kontaktförderung, dem sozialen Engagement, etwa in der Freiwilligenarbeit im Alterszentrum Chlösterli, sowie der Zusammenstellung eines abwechslungsreichen Kursangebotes», erklärt Tanja Kneringer (48). Wenn auch die Aufgabe heute eher eine vermittelnde und weniger eine moralische sei. Dafür spricht auch, dass der Name angepasst wurde. Man wollte sich nicht mehr nur an junge Mütter wenden, sondern allgemein an die Frauen des Dorfes. Geblieben ist die Verbindung zur katholischen Kirche.

«Gegründet wurde der Verein 1917 von Pfarrer Knüsel. Er hat die Mitglieder streng kontrolliert. Wer etwa zu wenig anwesend war, wurde ausgeschlossen.» Heute ist das nicht mehr denkbar. Der Präses Rainer Uster, als Vertreter der Kirche, unterstützt den Vorstand. «Wir schätzen seine Mitarbeit sehr, der Umgang ist locker», freut sich die Präsidentin. Geblieben ist auch ein jährlicher Mitgliederbeitrag: 1917 betrug dieser 1 Franken, heute sind es 30 Franken. Rund 350 Mitglieder gehören dem Verein gegenwärtig an. Ihnen wird eine grosse Palette an Kursen und Teilnahmemöglichkeiten geboten (siehe Hinweis).

Treffen für junge Familien

Ein wichtiges Standbein des Vereins ist der «Treff junger Eltern». «Die Nachfrage ist besonders gross», so Harris. Er ist eine Supportgruppe für Familien mit Kindern. «Viele Frauen sind berufstätig, mit der Gründung einer Familie gibt es viele Veränderungen. Man muss sich ein neues Netzwerk aufbauen, oft wohnt man etwa auch nicht in der Nähe der Eltern.» Mit der Gründung des Treffs habe man auf die Veränderung reagiert und offenbar einen Nerv getroffen. Auch sonst ist man immer offen für Neues. Mit dem grossen Jubiläum ist die Erscheinung der Frauengemeinschaft aufgefrischt worden: Das neue Logo erscheint in ebenfalls neuen Farben.

Gefeiert wird ein ganzes Jahr lang. «Die erste Generalversammlung fand erst ein Jahr nach der Gründung statt, also feiern wir im Frühling dann die 100. Generalversammlung», erklärt Tanja Kneringer. Diese soll dann auch etwas grösser als gewöhnlich aufgezogen werden. Organisiert wird das alles vom achtköpfigen Vorstand. «Jede von uns arbeitet sehr selbstständig.» Doch wie in vielen anderen Vereinen auch ist die Frauengemeinschaft Unterägeri ständig auf der Suche nach motivierten Mitgliedern. «Zwei Plätze im Vorstand werden in Kürze frei. Wir halten die Augen und Ohren immer offen», meint Kneringer und lacht. Sie ist zuversichtlich, dass sich passende Frauen finden lassen.

Hinweis

Mehr Infos zur Frauengemeinschaft: www.frauengemeinschaft-unteraegeri.ch

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