UNTERÄGERI: Auch die «Sparübung» für das Spital kam dran

Die Narren präsentierten am Umzug ihre Träumereien: bunt schillernd, aufmüpfig und ausgelassen.

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So mancher Zuschauer wurde auf der Strasse verarztet. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

So mancher Zuschauer wurde auf der Strasse verarztet. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Während das Ägerital im Schnee versank, rüsteten sich am Sonntag die Wylägerer Narren zur grossen Umzugsparade. Diese stand unter dem Motto «De Füfer und s Weggli».

Bereits am Vorabend hatten im ökumenischen Narrengottesdienst die beiden Pfarrherren Markus Burri und Andreas Wüthrich sowie Myrtha Schuler über Träumereien philosophiert. Nun waren die Narren an der Reihe, ihre eigenen Träume und Vorstellungen zu präsentieren, was sie denn auch bunt, schillernd, aufmüpfig und ausgelassen taten. Nebst den originellen Wagenbauten waren es vor allem die Fussvolkgruppen, welche für lebhaftes Treiben sorgten und sich da und dort einen Scherz mit den Zuschauern erlaubten, die trotz nasser Füsse dichtgedrängt am Strassenrand standen.

Tännler-Mobil im Einsatz
Närrisch umgesetzt hatten die Wagenbauer internationale, regionale und lokale Begebenheiten, wobei vor allem die geplante Tunnelumfahrung für Zündstoff sorgte. Während eine grosse Bohrmaschine schon mal eine fasnächtliche Probebohrung vornahm, wurde Wylägeris Gemeindepräsident Ribary auf dem Tännler-Mobil durch die Strasse chauffiert. Sogar der Nachwuchs, welcher sich aus den acht Kindergärten des Dorfes zusammensetzte, griff dieses Thema auf und lieferte als kleine Baumeister die ersten Bausteine. Eine weitere Gruppe übte sich im Schwimmen und machte so auf das Thema Hallenbad im Tal aufmerksam. Zentrales Thema war der Bauboom, was zum Spruch auf einem schmucken Gartenhäuschen führte: «Wotsch z Ägeri no e grüeni Wise gseh, luegsch am beschte ä DVD.»

Viele Ägerer wurden verarztet
Einige fantasiebegabte Mitglieder der Ehrengarde gingen bös ins Gericht mit Marcel Ospel, den sie als reuigen Sünder – wohl nur auf dem Papier – verulkten. «Herr vergib ihnen die Boni», stand da weiter zu lesen. «Gschpart hämmer ghörig, drum isch es eso ringhörig», lautete eine fasnächtliche Meinung zum Zuger Kantonsspital, und dank Mitführung des ganzen Spitalbetriebs wurden auf offener Strasse zahlreiche Zuschauer verarztet. Am Tropf hingen sogar die glücklosen Ägerisee-Schwäne.

Hoch vom Mottowagen grüssten Narrenvater Hugo I., Ehrenbadjöggel Gusti und Narrenmutter Nadja und beglückten die Zuschauer mottogetreu mit «Füfer und Weggli», während in unmittelbarer Nähe somalische Piraten auf offener Strasse ein Schiff enterten und sich Schweizer Soldaten als Verteidiger versuchten. Die Badjöggel-Gruppe präsentierte nochmals die alten Grinde und feierte zugleich 20 Jahre Badjöggel-Holzmasken. Rund zu und her gings auch beim Thema «Bauer, ledig, sucht ?», und dabei kam der Konfettiregen direkt aus den Güllenschläuchen. «Rettet unsere Erde» lautete ein Appell auf einem weiteren Wagen, wo UBS-Aktien als erste Opfer des Schwarzen Lochs wurden.

Elvira Herz