UNTERÄGERI: Das Kinderhotel wird konkreter

Ein Grossprojekt nimmt langsam Form an: Das Baugesuch für das Gebiet des ehemaligen Kurhauses Annahof wird bald eingereicht. Im Zentrum der Überbauung steht das geplante Hotel mit Pflegebereich.

Carmen Rogenmoser
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So soll das Kinderhotel Babalou auf dem St.-Anna-Areal in Unterägeri dereinst aussehen. Visualisierung: PD

So soll das Kinderhotel Babalou auf dem St.-Anna-Areal in Unterägeri dereinst aussehen. Visualisierung: PD

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Die Idee ist so genial wie simpel: Aus dem ehemaligen Kurhaus soll ein Kinderhotel für Familien pflegebedürftiger Kinder werden. Enthüllt wurde das Konzept hinter dem Projekt auf dem Areal St. Anna in Unterägeri im vergangenen Juni. Pflege, Kur, Erholung: Was Unterägeri über Jahrzehnte prägte, soll auch in Zukunft weitergeführt werden.

Nun ist man bald einen konkreten Schritt weiter; das Baugesuch wird bei der Gemeinde eingereicht. Es bewege sich vollumfänglich in der vom 30. Juni 2014 durch den Souverän verabschiedeten «Bauzone mit speziellen Vorschriften», teilen die Verantwortlichen – die Stiftung St. Anna, die Bonainvest AG als Landbe­sitzerin und die Casalife Anna­hof AG – mit (siehe Box). «Ich freue mich sehr», sagt Hugo Berch­told, Präsident des Stiftungsrats St. An­na. Er fügt an: «Die Stiftung hat offenbar eine gute Hand bewiesen.» Berchtold bezieht sich hier auf die Tatsache, dass die Bonainvest AG sowohl das Bauprojekt wie auch den Architekten, für die sich die Stiftung entschieden hatte, übernommen hat.

Rund drei Jahre soll gebaut werden

Sobald die Baubewilligung erteilt ist, wird gebaut. «Die Bauzeit wird zwischen zweieinhalb und drei Jahre betragen», sagt Berchtold. Im Familienhotel Babalou werden eine Kinderarztpraxis, ein Restaurant sowie ein Saal gebaut. Dies alles ist öffentlich zugänglich. Die obersten zwei Stockwerke werden zu Wohnungen ausgebaut. Auf der «Eselwiese» vor dem Hotelgebäude entstehen drei Mehrfamilienhäuser mit 27 Mehrgenerationenwohnungen. Geplant ist zudem eine sanfte Renovierung der 31 bestehenden Alterswohnungen. Die Kosten für das Gesamtprojekt liegen im hohen zweistelligen Millionenbereich, wie es auf Nach­frage heisst. Besonderes Augenmerk wird auf die Aussengestaltung gelegt. So bietet das parkähnliche Gebäude unter anderem Platz für einen Streichelzoo. Alle Parkplätze werden unterirdisch sein.

Um ein klares Zeichen für den Neuanfang zu setzen, wird auch der Name geändert: Aus St. Anna wird «am Baumgärtli». Diese Bezeichnung gilt künftig sowohl für das ganze Areal als auch für die Zufahrtsstrasse. «Das Projekt ist zukunftsfähig», ist sich Hugo Berchtold sicher, und es habe auch eine wichtige Bedeutung für die Gemeinde. Das gilt ebenso für an die 50 Arbeitsstellen, die neu entstehen werden.

Gemeinde sieht im Projekt eine Aufwertung

Zufrieden mit der Entwicklung des Projekts auf dem Areal St. Anna ist auch der Unterägerer Gemeinderat. «Wir freuen uns ausserordentlich», sagt Gemeindepräsident Josef Ribary. Insbesondere, da das Projekt St. Anna nach langem Suchen in ein für die Gemeinde zufriedenstellendes Konzept übergeht. Dazu zählen insbesondere die Schaffung der zusätzlichen Arbeitsplätze und die generelle Aufwertung des Ägeritals. Aber auch ein weiteres Hotel und ein öffentliches Restaurant mit einem Saal seien ein grosser Gewinn. «Aufgrund dieses breit gefächerten Angebots» ist sich der Gemeindepräsident sicher, dass das Vorhaben auch bei den Unterägerern auf grosse Zustimmung stossen wird. Der Gemeinderat sei überzeugt, dass mit dem Wohnangebot für Generationen und dem Familienhotel langfristige und nachhaltige Angebote für die ganze Region entstehen. «Nachdem 1881 die erste Kinder-Kuranstalt im Ägerital eröffnet wurde, gehen wir 136 Jahre später zurück zum Ursprung», spannt Josef Ribary den Bogen zu den Anfängen des Kurwesens für Kinder in Unterägeri.