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UNTERÄGERI: Das Wasser soll weiterhin Energie spenden

Das Kraftwerk der Inneren Spinnerei produziert jährlich Strom für 500 Haushalte – mit einer Technik, die fast hundert Jahre alt ist. Damit das so weitergehen kann, steht eine Millionen-Investition an.
Carmen Rogenmoser
Der Oberwasserkanal, der in das Kraftwerk führt. Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 20. Oktober 2016)

Der Oberwasserkanal, der in das Kraftwerk führt. Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 20. Oktober 2016)

Seit über hundert Jahren dient das Wasser der Lorze zur Energiegewinnung. Zwischen dem Ägerisee und dem Schmittli in Neuägeri plätschert sie meist friedlich vor sich hin. Welche Kraft im Wasser steckt, lässt sich meist nur erahnen. Bereits im Mittelalter wurde genau diese Kraft mit Hilfe von Wasserrädern für den Antrieb von Getreidemühlen und Sägewerke genutzt. Im 19. Jahrhundert schliesslich diente es dem mechanischen Antrieb der Produktionsanlagen der Spinnereien in Unterägeri und Neuägeri. Noch heute wird an der Zugerstrasse 88, der obersten von insgesamt sieben Wasserkraftanlagen zwischen dem Ägeri- und dem Zugersee, Strom produziert. Damit das auch künftig der Fall ist, muss investiert werden.

Im kommenden Jahr hat die SAE-Immobilien AG, Eigentümerin beider Spinnereien vor, das Wasserkraftwerk zu erneuern. Momentan liegt das Baugesuch auf der Gemeindekanzlei in Unterägeri auf. Mit der Sanierung wolle man den Weiterbetrieb der historischen Anlage gewährleisten, ist zu lesen. Dazu ist der Austausch der bestehenden technischen Einrichtung und eine Ertüchtigung der Bausubstanz unabdingbar (siehe Infobox). Der Bauherrschaft sei es ein Anliegen, den heutigen Standards im Hinblick auf die Anlagesicherheit gerecht zu werden.

1915 wurde die bestehende Konzeption der Anlage zum letzten Mal erneuert. Noch immer arbeitet die Spiral-Francisturbine, die 1922 in Betrieb genommen wurde, Tag und Nacht für das Kraftwerk. Das Wasser für den Turbinenantrieb wird rund 350 Meter oberhalb des Fabrikgebäudes am Wehr Valencia gefasst und dann in einen Oberwasserkanal geleitet. Bei einer Wassermenge von 2500 Litern pro Sekunde erzeugt die Turbine jährlich 2,25 Millionen Kilowattstunden erneuerbare Energie. Das entspricht einem jährlichen Verbrauch von 500 Schweizer Haushaltungen. Nach der Erneuerung der Anlage soll die Wassermenge auf 2,7 Millionen Kilowattstunden erhöht werden. Der Strom wird an die Wasserwerke Zug verkauft.

Ein ehehaftes Wasserrecht

Nach der Stilllegung des Spinnereibetriebs 1980 wurde das Kraftwerk erneuert, damit der produzierte Strom ins Netz gespiesen werden kann. Die Grundlage dafür, dass die SAE-Immobilien AG das Wasser der Lorze nutzen kann, sind sogenannte ehehafte Wasserrechte. Die Seeanstösser konnten im 19. Jahrhundert private Rechte zur Wasserentnahme und Nutzung der Wasserkraft beanspruchen. So erwarben auch die Gebrüder Henggeler, die 1834 die erste Spinnerei in Unterägeri gründeten, eigene Wasserrechte. Die Situation änderte sich mit der Einführung des zugerischen Sachenrechts von 1874. Seither benötigen Wassernutzungen eine kantonale Konzession. Diejenigen Wasserrechte allerdings, die bereits vorher bestanden hatten, wurden als ehehafte Rechte in ihrem ursprünglichen Bestande garantiert. Als Nachfolgerin der Spinnereien Ägerital ist dieses Recht auf die gegenwärtige Besitzerin übergegangen.

Zum Projekt wollen die Verantwortlichen der Immobilienfirma während des laufenden Baubewilligungsverfahrens keine Stellung nehmen.

Carmen Rogenmosercarmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

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