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UNTERÄGERI: Der Blick zurück ist für Patrik Merz keine Option

Patrik Merz (28) hat einen vielversprechenden Auftakt in die Saison der Ice Cross Downhiller geschafft. Um sich in den nächsten Wochen mit den Besten zu messen, hat er auch improvisiert.
Raphael Biermayr
Patrik Merz (vorn) ist mit gestärktem Selbstvertrauen unterwegs. (Bild: Mark Roe (Wagrain, 11. Dezember 2017))

Patrik Merz (vorn) ist mit gestärktem Selbstvertrauen unterwegs. (Bild: Mark Roe (Wagrain, 11. Dezember 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

An einer Leidenschaft hängt kein Preisschild. So ist das auch im Fall von Patrik Merz. Der 28-Jährige aus Unterägeri ist Ice Cross Downhiller. Er stürzt sich also mit Schlittschuhen an den Füssen bucklige Eispisten hinunter und kämpft gegen drei Kontrahenten um die besten Plätze im engen Kanal. In der letzten Saison kostete ihn das neben einem intakten Handwurzelknochen und blauen Flecken rund 10000 Franken. Dank Sponsoren und Preisgeldern sei die Rechnung letztlich nur knapp negativ ausgefallen.

Die finanzielle Bilanz ist wie erwähnt nebensächlich: Merz hat sich dem Temporausch auf rutschiger Unterlage voll und ganz verschrieben. Am zweiten Januarwochenende steht in Crans-Montana im Rahmen des Rider Cups der erste Wettkampf hierzulande seit langem auf dem­Programm. Die von Red Bull lancierten, ungleich grösseren Cra­shed-Ice-Veranstaltungen sowie weitere kleine Rennen folgen im Anschluss daran Schlag auf Schlag. In den kommenden Wochen wird Merz deshalb in Europa und Nordamerika umherfliegen. «Finanziell ist das idiotisch, aber so ist das halt», sagt er. Zwischen den Wettkämpfen wird der SBB-Lokomotivführer jeweils für ein paar Tage zum Arbeiten zurückkommen. Es ist ein Spagat, wie ihn die Leidenschaft nun mal erfordert.

Der Auftakt macht Mut

Dabei hat ihm die vergangene Saison wenig Anlass gegeben, die Strapazen für diesen Nischensport erneut auf sich zu nehmen. Im ersten grossen Rennen verletzt und anschliessend fahrerisch fehlerhaft, erreichte Merz nur im letzten Crashed-Ice-Wettkampf der Saison sein Ziel, die erste Runde von 64 Fahrern zu überstehen. Die Enttäuschung sei gross gewesen, sagt der Unterägerer. Mit Vergangenem will er sich aber nicht aufhalten. Denn ein zehnter Platz im ersten Riders-Cup-Wettkampf in Wagrain (Ö) hat ihm Mut gemacht. «Es war die erste Standortbestimmung der Saison, darum war das Feld stark besetzt. Dass ich mich darin behaupten konnte, ist vielversprechend», erklärt Merz.

Das Wort «vielversprechend» hätte vor einem Jahr wahrscheinlich anders gelautet. Denn bis anhin war er einfach dankbar, dabei zu sein. Nach erwähntem Auftaktresultat sowie starken Leistungen im Trainingsvergleich mit dem Schweizer Spitzenfahrer Kilian Braun will er aber mehr. «Ich hatte bis jetzt vielleicht zu grossen Respekt vor den Topfahrern. Jetzt will ich ihnen zeigen, dass ich dazugehöre», sagt Merz, dessen bestes Ergebnis an einem Grossanlass ein 12. Platz ist. Er jedenfalls glaubt an den Erfolg: «Die erste Runde zu überstehen, ist kein Ziel mehr, sondern ein Muss. Danach ist alles möglich», sagt er. Sein Kopf, sein «Mind», wie er sagt, sei bereit dafür. Er ist überzeugt, dass er dank seinem gewachsenen Selbstvertrauen auch die Nervosität ablegen kann, die ihn bis anhin vor jedem Lauf befallen habe.

Die selbst gebastelte Startbox

Körperlich fühlt sich Merz ohnehin auf der Höhe. Im Sommer habe er erneut eine Menge Zeit ins Training investiert. Im Winter hat ihm sein Einfallsreichtum zudem eine neue Möglichkeit zur Reaktionsschulung eröffnet: Den Start, «eine der wichtigsten Komponenten unseres Sports», übt er gegenwärtig morgens sozusagen vor seiner Haustür, auf dem Eisfeld für «Ägeri on Ice». Die Startbox habe er aus Holzpaletten gebastelt. Nebst der Leidenschaft soll ihm also auch etwas Improvisation ermöglichen, es in den kommenden Wochen mit den Besten aufzunehmen.

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