UNTERÄGERI: Der Holzpreis spaltet die Gemüter

Die Grosssägerei vor Ort ist unzufrieden mit der Offerte für das Holz aus dem heimischen Wald. Alles sei marktge­recht, so die Antwort.

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Bruno Zimmermann, Chef der gleichnamigen Sägerei. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Bruno Zimmermann, Chef der gleichnamigen Sägerei. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Wo gehobelt wird, da fallen Späne: Bruno Zimmermann ist sich einiges gewohnt im hart umkämpften Sägereigeschäft – doch nun hat er genug.

Der Besitzer der einzigen Grosssägerei im Kanton Zug ärgert sich über die Korporation Unterägeri und vor allem über den Waldwirtschaftsverband des Kantons Zug, der die Holzpreise bestimmt. Dieser vermarktet zentral das Holz aller Korporationen im Kanton. «Seit 60 Jahren kaufe ich Holz der Korporation Unterägeri. Ich darf ruhig behaupten, dass ich der grösste Kunde der Korporation bin», erzählt Zimmermann.

Bisher habe es keine Probleme gegeben, doch nun seien die Verantwortlichen beim Waldwirtschaftsverband (WV) Zug auf dem Holzweg. Dieser verkaufe grundsätzlich Trämel, auf zwei bis drei Grundmasse geschnittenes Holz, und Langhölzer, ganze Baumstämme. «Für Trämel braucht es viel mehr Arbeitsschritte, die geschnittenen Hölzer müssen noch nach Länge sortiert werden», so Zimmermann. Beim Langholz hingegen könnten die Baumstämme einfach hingelegt werden.

Billiger im Kanton Zürich
«Obwohl viel weniger Arbeit anfällt, ist der Preis für die Langhölzer höher als für Trämel», ärgert sich der Sägereibesitzer. Fünf Franken mehr sollte Zimmermann anfangs zahlen, nach Verhandlungen mit dem Waldwirtschaftsverband seien es nun noch 3 Franken mehr.

Das sei unverständlich. Die meisten Kunden kauften Trämel, er sei einer der wenigen, der noch Langholz brauche. «Im Kanton Zürich sind die Preise für Trämel und Langholz gleich.» Die ausländischen Kunden kauften nur Trämel. «So bezahlen ausländische Sägereien eigentlich weniger für Korporationsholz als ich hier vor Ort», rechnet Zimmermann vor.

«Zimmermann wird nicht über den Tisch gezogen»
Er hat für dieses Jahr 1700 Kubikmeter Holz beim Waldwirtschaftsverband bestellt: davon 700 Kubikmeter Langholz, das er unbedingt braucht. Denn er schneidet das Holz selbst in ganz verschiedene Längen. Wegen des Langholz-Preises hat sich Zimmermann direkt bei der Korporation Unterägeri beschwert.

«Wir konnten ihm nicht weiterhelfen. Wir verkaufen unser Holz zentral beim Waldwirtschaftsverband», so Adrian Iten, Fortschef der Korporation. Das Preisangebot sei gut, Zimmermann werde nicht über den Tisch gezogen, ergänzt Iten. Es sei ihm freigestellt, ob er das Holz zu diesem Preis kaufe oder nicht.

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.