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UNTERÄGERI: Der Skilift Nollen soll noch lange laufen

Die Verantwortlichen müssen sich einiges einfallen lassen, um den Betrieb sichern zu können. Die neueste Hürde: Partikelfilter für Pistenmobile.
Zwei Skifahrerinnen wollen nochmals in die Höhe: Der Skilift Nollen im Februar 2012. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Zwei Skifahrerinnen wollen nochmals in die Höhe: Der Skilift Nollen im Februar 2012. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Carmen Desax

Die Skisaison beim Nollen in Unterägeri hat noch nicht ganz begonnen, doch vorbereitet ist schon fast alles. «Im Nollenstübli kann man bereits einen heissen Tee oder einen Kaffee trinken», bestätigt Erich Müller, Präsident der Skilift Nollen AG. Der 300 Meter lange Ponylift ist bereits fertig aufgebaut. In den nächsten Tagen werden beim grossen, 1,5 Kilometer langen Lift die Bügel angebracht, dann sieht es tatsächlich wieder wie ein Skigebiet aus. «Schneit es, wird ein Teil des Schnees, der bei der Räumung anfällt, direkt zu uns gebracht», sagt Müller. Anstatt dass er im See entsorgt werde, könne er bereits für die Piste des Ponylifts genutzt werden. Diese etwas andere Art der Beschneiung ist nur eine von vielen kleineren und grösseren Veränderungen, die in den letzten Jahren in der Organisation des Skibetriebs gemacht wurden. Erich Müller ist seit zwei Jahren Präsident und meint: «Unser Ziel ist ganz klar, dass wir den Skilift am Leben erhalten können.» Deshalb seien in den letzten Jahren Investitionen von einigen zehntausend Franken getätigt worden: «Wir haben Pendenzen abgearbeitet.»

Noch viele sollen hier lernen

Im Frühjahr wurde das kleine Skigebiet schliesslich überprüft und erhielt einen guten Bericht: «Der Skilift, die Anlagen und die Technik sind sehr gut in Schuss», freut sich der Präsident. Nun wird nach vorn geschaut. Drei Generationen haben am Hang in Unterägeri Ski fahren gelernt. «Alles wird unternommen, damit auch die vierte Generation im Nollen den Skisport für sich entdecken kann.» Der Aufwand, dieses Ziel zu erreichen, ist gross. «Ohne Herzblut geht es nicht.» Müller und seine Ratskollegen sind dabei auf vielen Ebenen aktiv. «Wir arbeiten eng mit dem Skiclub zusammen.» Dieser ist unter anderem für die Langlaufloipen zuständig. «Es ist sowieso auch ein Ziel, dass der Schneesport inklusive Schlitteln und Schneeschuhlaufen ganzheitlich angesehen wird.» Auch bei der Gemeinde können sie auf Unterstützung zählen. Die Korporation Unterägeri hilft mit Manneskraft und diversen Maschinen aus. Zusätzlich hat Müller ein Sponsorenkonzept entwickelt. Dieses laufe ebenfalls gut. Deshalb haben sich die Verantwortlichen entschieden, eine Vorwärtsstrategie zu fahren: «Wir sind alle Enthusiasten, und wir sind gut aufgestellt, sowohl im Verwaltungsrat wie im Betrieb des Skilifts», betont der Präsident.

Synergien nutzen

Es gibt aber auch immer wieder neue Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Jüngstes Beispiel dafür ist die Veränderung des Gesetzes für Pistenfahrzeuge. Diese müssen künftig mit einem Partikelfilter ausgestattet sein. Beim Unterägerer Modell ist das nicht der Fall. «Momentan steht noch gar nichts fest», so Müller. Es könne sein, dass es eine Ausnahmeregelung gebe. Es sei aber auch möglich, dass der Kanton das Gesetz rigoros durchziehe. «Natürlich beraten wir über jede Möglichkeit, die eintreten könnte.» Müller hofft, dass im schlechtesten Fall, wenn also ein neues Pistenfahrzeug angeschafft werden müsste, dies mit Hilfe der Unterstützung durch Dritte ebenfalls gepackt werde. Das könne beispielsweise auch eine Zusammenarbeit mit dem Skiclub sein.

Jetzt fehlt nur noch der Schnee

Müller ist sicher, dass auch diese Hürde genommen werden kann: «Ski fahren ist im Kommen.» Der Skilift Nollen bleibe eine ideale Einstiegspiste. Deshalb soll es beim dritten Mast einen neuen Ausstieg geben. «So können die Kleinsten lernen, Bügellift zu fahren.» Bei viel Schnee und gutem Wetter finden sich viele Schneefans in Unterägeri ein. «Viele Einheimische und Heimweh-Ägerer kommen zu uns», bestätigt Müller. Das soll noch lange so bleiben, denn in einigen Jahren wird der Skilift 50 Jahre alt. 1971 lief er zum ersten Mal. Dieses Jubiläum hat Müller bereits jetzt im Auge: «Das werden wir sicher feiern.»

Sind die letzten Arbeiten am Skilift und an der Piste gemacht, muss nur noch das Wetter mitmachen. «Wir brauchen noch 40 bis 50 Zentimeter Neuschnee und tiefe Temperaturen, dann können beide Lifte in Betrieb genommen werden.» Auch hier gibt es in diesem Jahr eine Neuerung: Ruedi Hantart übernimmt als Betriebsleiter die Federführung beim Skilift. «Das ist für uns ein wirklicher Glücksfall. Er hat ein grosses technisches Können. Ausserdem hat er vieles selber an die Hand genommen und ist jetzt fast schon täglich vor Ort.» Hantart freue sich zusammen mit seinem Team auf die Aufgabe und einen hoffentlich schneereichen Winter.

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