UNTERÄGERI: Gustav Iten ist gerne närrisch

Die Wahl zum Ehrenbad- jöggel hat seiner Fasnachtsbegeisterung die Krone aufgesetzt. Kein Wunder: Er stammt aus einer Narrendynastie.

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Badjöggel Gustav Iten. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Badjöggel Gustav Iten. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Als Fasnachtsrepräsentant amtet in Wylägeri der Ehrenbadjöggel. Mit Gustav Iten steht ein Vollblutfasnächtler im Einsatz. «Willkommen beim Ehrenbadjöggel», steht bereits auf der blauen Fussmatte bei der Kreuzmühle, dem Heim von Gustav Iten, dem diesjährigen Ehrenbadjöggel der Wylägerer Fasnachtsgesellschaft (WFG). Auch rund ums Haus, im Laden und Café gibt es viele Dekorationen und Hinweise auf den Inhaber dieses hohen Amtes. Gemeinsam mit Narrenmutter Nadja Hausmann repräsentiert er dieses Jahr die WFG.

Ein Förderer der Fasnacht
Einmalig an der Sache dürfte wohl sein, dass nicht nur der Ehrenbadjöggel, sondern auch der Badjöggel als traditionelles Fasnachtssymbol der WFG aus der Kreuzmühle-Dynastie stammt. Und zwar geht das Symbol zurück auf Beat Jakob Iten (1848–1923), einen Vetter des heutigen Gustav Beat Jakob Iten. Er galt zu seiner Zeit als grosser Förderer der Fasnacht und investierte dafür jeweils viel Zeit und Geld. Bereits in den Zwanzigerjahren ging er im Frack in den Ausgang, und diese Mode haben dann die späteren Ehrenbadjöggel beibehalten.

Ein Vollblutnüssler dazu
Das über Jahrzehnte durch die Familie Iten gut dokumentierte Fasnachtsgeschehen beweist, dass die Kreuzmühle schon früher eine kleine Fasnachtshochburg war, wo sich jeweils die Fasnachtsgrössen in der heimeligen Stube trafen. Bereits früh beteiligte sich auch der junge Gusti am närrischen Treiben, er ist seit mehr als 40 Jahren als passionierter Nüssler in seinen blauen Hosen und umgehängtem Rollengurt anzutreffen. «Sobald ich es schellen höre, elektrisiert es mich richtiggehend», sagt der Vollblutnüssler, der sich gerne in die Restaurants begibt und dort für Stimmung sorgt. «Die Wahl zum Ehrenbadjöggel hat meiner Fasnachtsbegeisterung nun die Krone aufgesetzt», freut er sich, und verspricht aber: «Ein Nüssler werde ich weiterhin bleiben.»

Leute verwöhnen
Gustav Iten gibt zu, dass ihm seine Rolle als Ehrenbadjöggel gefällt. «Es ist überhaupt kein Muss für mich, sondern eine grosse Freude. Das einmalige Ehrenamt schafft bleibende Erinnerungen.» Zudem ermögliche es Verbindungen und interessante Gespräche, auch mit Leuten, die die Unterägerer Fasnacht noch nicht kennen.

Sehr gelegen kommt dem gelernten Bäcker auch das Motto «De Füfer und s Weggli». «Da habe ich gerne aus der Backstube für den Altersnachmittag Lebkuchen und Nidle gesponsert», sagt der Wegglibeck und verrät, dass er Haselnussguetzli backen wird, welche an der Kinderfasnacht als farbige Konfetti verteilt werden. Auch einzelne WFG-Gruppen und die Wagenbauer will er mit Gluschtigem aus seiner Backstube überraschen.

Zudem hat der Hobby-Bierbrauer für die Fasnachtszeit ein spezielles Ehrenbadjöggel-Bier kreiert, und am Schmutzigen Donnerstag, Fasnachtssonntag und Fasnachtsdienstagabend wird das Kreuzmühle-Café zur Ehrenbadjöggel-Bar für Jung und Alt umfunktioniert.

Eine Nacht mal durchtanzen
«Ich fühle mich so richtig wohl im Narrenumfeld», gibt Gusti Iten zu verstehen. Als Bäcker – diese gehen ja bekanntlich früh zu Bett und stehen in aller Herrgottsfrühe wieder auf – ist er noch damit beschäftigt, seine Kondition aufzubauen, damit er bis zum Finale, wenn sich die Fasnachts-Anlässe Schlag auf Schlag aneinanderreihen, auch einmal eine ganze Nacht durchtanzen kann.

Elvira Herz