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UNTERÄGERI: «Ich helfe gerne der Bevölkerung»

Seit einem halben Jahr ist Marco Lüthold (38) neuer Feuerwehrkommandant. Er sagt, wo die grössten Schwierigkeiten liegen, und erzählt von einem Erfolgserlebnis, auf das die Ägerer schon lange gewartet haben.
Andrea Muff
Marco Lüthold schaut zuversichtlich in die Zukunft. (Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 21. Juni 2017))

Marco Lüthold schaut zuversichtlich in die Zukunft. (Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 21. Juni 2017))

Interview: Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Die Feuerwehr Unterägeri hat nicht nur neue Räumlichkeiten beim Werk- und Ökihof bezogen, sondern auch ein neues Gesicht an der Kommandospitze: Oberleutnant Marco Lüthold (38). Denn nach acht Jahren als Kommandant ist Hauptmann Enzo Serratore in den Feuerwehrruhestand getreten. Per 1. Januar 2017 hat Marco Lüthold das Zepter übernommen – 17 Jahre nach seinem Eintritt in die Feuerwehr Unterägeri. 2003 wurde der Vater von drei Kindern zum Kor­poral befördert, und einige Zeit später schlug das Kommando ihn für den Offizierskurs vor. Diesen schloss Marco Lüthold 2005 erfolgreich in der Schönau in Cham ab. Anfang 2014 beförderte der Unterägerer Gemeinderat ihn zum Vize-Kommandanten. Nun erzählt der Fahrlehrer im Interview, wie er das erste halbe Jahr seines Kommandanten-Daseins erlebte.

Marco Lüthold, was fasziniert Sie an der Feuerwehr Unterägeri besonders?

Ich helfe gerne der Bevölkerung. Die Feuerwehr ist ja nicht nur da, um Brände zu löschen, auch bei Unwettern und sonstigen Ereignissen sind wir zur Stelle. Zudem schätze ich die Kameradschaft untereinander, wir sind ein sehr gutes Team. Die unterschiedlichsten Leute arbeiten zusammen – ob Studierte oder Handwerker, alle sehen in Uniform gleich aus. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist gross.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie Kommandant wurden?

Das war ein Prozedere über mehrere Jahre. Zuerst durfte sich die Familie dazu äussern, und danach wurden noch alle Offiziere einzeln befragt. Als ich gespürt habe, dass alle hinter mir stehen, habe ich dann auch Ja gesagt. Im vergangenen Jahr wurde ich als Vize-Kommandant in das Amt des Kommandanten eingeführt und eingearbeitet.

Was sind Ihre Hauptaufgaben als Kommandant?

Ich bin für die Gesamtführung der ganzen Organisation zuständig. Ich fungiere als Schnittstelle zwischen der Mannschaft, der Gemeinde und der Gebäude­versicherung des Kantons Zug. Auch die Rekrutierung von neuen Mitgliedern und Kaderpositionen gehört zu meinen Auf­gaben.

Apropos Rekrutierung, wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Das ist ein schwieriges Thema. Es wird nicht einfacher, mit den vielen obligatorischen Kursen neue Mitglieder zu finden oder Kaderpositionen zu besetzen. Als ich die Ausbildung zum Offizier machte, musste ich lediglich für drei Abende nach Zug und besuchte für eine Woche einen Kurs. Heute wird mehr Zeit in Anspruch genommen für die Ausbildung zum Offizier, was die ganze Rekrutierung nicht vereinfacht.

Wo sahen Sie im letzten hal­ben Jahr die grössten Schwierigkeiten bei der Ausübung ihres Amtes?

Es gibt immer viele Sitzungen mit der Gemeinde und der Gebäudeversicherung. Es braucht noch ein bisschen Zeit, bis ich meine Rolle gefunden habe. Ich will für meine Mannschaft das Beste her­­ausholen, aber dies muss auch für die Gemeinde und die Gebäudeversicherung stimmen, die ja auch wieder Anforderungen ­haben. Ich denke aber, dass ich mit meiner ruhigen Art weiterkomme, als wenn ich mit der Tür direkt ins Haus falle.

Gibt es bereits ein Erfolgserlebnis in ihrem ersten halben Jahr?

Ja, nach zwei Jahren Diskussion haben wir uns endlich durchgekämpft, sodass wir unsere Drehleiter ab Oktober für die Rettung benutzen dürfen. Die Bevölkerung und wir von der Feuerwehr konnten es nicht nachvollziehen, warum wir das Rettungsgerät ­haben, aber nicht brauchen ­können. Jetzt dürfen wir ab dem 2. Oktober endlich dem Rettungsdienst Zug helfen.

Wie sieht ihr Fazit zum ersten halben Jahr aus?

Ich habe ein sehr fähiges Umfeld. Die Vize-Kommandanten unterstützen mich, und auch den plötzlichen Schneefall Ende ­April haben wir erfolgreich gemeistert. Wir waren gut darauf vorbereitet und hatten die Schneeketten bereits montiert. Ich bin glücklich in meinem Amt und freue mich auf zukünftige Herausforderungen.

Wie sieht die Zukunft der Feuerwehr Unterägeri aus?

In naher Zukunft ändert sich aus meiner Sicht nicht viel, es soll so weitergehen wie bisher. Wir sind zurzeit mit der Beschaffung eines Fahrzeuges beschäftigt, denn Ende 2018 soll das 25-jährige Pikettfahrzeug ersetzt werden. Zudem soll ebenfalls im Herbst das kantonale Alarmierungssystem ändern. Alles in allem sind wir auf einem guten Weg und für die Zukunft gut aufgestellt.

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