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UNTERÄGERI: Im Holz lagert die Geschichte des Hauses

Das Haus Unterblacki stammt aus dem Mittelalter – nun wird es als Wohnhaus saniert und bringt so einige Geheimnisse ans Tageslicht.
Begutachtet die Zähne in der Wand: Edgar (links), Ursula Mahler-Henggeler und deren Vater Alois Henggeler. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Begutachtet die Zähne in der Wand: Edgar (links), Ursula Mahler-Henggeler und deren Vater Alois Henggeler. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Am Anfang steht ein Stück Holz. Am Schluss ergibt sich daraus die ganze Historie eines Gebäudes. Dazwischen ist Adriano Boschetti-Maradi am Werk – der Herr der Ringe. Als Mittelalterarchäologe geht er der Bausubstanz physisch auf den Grund: Dank dendrochronologischer Datierung kann er bestimmen, wann ein Baum gefällt wurde, dessen Holz im Gebäude verbaut ist. Boschetti ist Mitarbeiter der Kantonsarchäologie, die zusammen mit der Denkmalpflege bei der Direktion des Innern ein Amt bildet.

Und wo steht nun das älteste Gebäude im Kanton Zug? «Meist ist der Kern oder ein Teil des Hauses sehr alt, nicht das ganze Gebäude», erklärt Boschetti. Die ältesten datierten Hölzer, die in einem Haus verbaut sind, stammen von 1350 und befinden sich im Nebengebäude des ehemaligen Restaurants Steinbock in Steinhausen. In der Zuger Altstadt stehen Gebäude mit Hölzern, die auf das Jahr 1371 zurückgehen. So beispielsweise das ehemalige Kornhaus, das heutige «Haus Meisen» neben dem Kaufhaus. «In Zug gibt es sehr viele Holzbauten aus dem Spätmittelalter, die im 14. und 15. Jahrhundert errichtet wurden», sagt der Mittelalterarchäologe.

Beim Umbau kamen 48 menschliche Zähne zum Vorschein
Das Haus Unterblacki in Wissenschwändi sei «eines der besterhaltenen Häuser aus dem Mittelalter, das saniert werden kann», erzählt Adriano Boschetti-Maradi. Fast die gesamte Holzstruktur ist aus dem Jahre 1510 erhalten. Zu den Prunkstücken des zweistöckigen Hauses gehört die originale Bohlenbalkendecke in der Stube.

Das Haus hat die Familie Mahler-Henggeler gekauft, die nun mit ihren drei Kindern einzieht. «Der Umbau ist spannend, immer wieder kommt etwas Interessantes zum Vorschein», sagt Ursula Mahler-Henggeler. Zum Beispiel 48 menschliche Zähne, die in den Wandritzen steckten. «Die Leute haben die Zähne gesammelt. Vielleicht steckt ein Aberglaube dahinter. Das Motiv ist nicht definitiv geklärt», so der Kantonale Denkmalpfleger Georg Frey.

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.

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