UNTERÄGERI: Im Notfall können sie auftrumpfen

Im Chlösterli proben Zivilschützer für den Fall einer Pandemie. Wertvoll ist der Einsatz aber auch noch aus anderen Gründen.

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Auch das Jassen mit den Heimbewohnern gehört zum Einsatz der Zivilschützer. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Auch das Jassen mit den Heimbewohnern gehört zum Einsatz der Zivilschützer. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Das Pflegepersonal im Chlösterli in Unterägeri erhält derzeit tatkräftige Unterstützung. 13 Zuger Zivilschützer – im täglichen Leben Banker, Studenten oder Informatiker – greifen dem Pflegepersonal während einer Woche unter die Arme und pflegen, betreuen und umsorgen die Chlösterli-Bewohner. Grund dafür ist eine Pandemie-Übung des Zuger Zivilschutzes. Dieser verfügt nämlich über einen Pflegezug, der kurzfristig aufgeboten werden kann, um das Pflegepersonal im Falle eines Grossereignisses zu unterstützen.

Eine willkommene Abwechslung
Neben der täglichen Pflege und Betreuung teilen die Zivilschützer auch den Alltag der älteren Bewohner. Sie gehen mit ihnen spazieren, trinken mit ihnen Kaffee. Für die Bewohner scheint der Einsatz des Zivilschutzes eine willkommene Abwechslung zu sein. Beatrice Häussler beispielsweise geniesst vor allem die Unterhaltungen und die gemeinsamen Gesellschaftsspiele. «Auch für uns ist das eine Bereicherung», sagt Richard Zweifel, der im Chlösterli im Einsatz ist. «Man lernt hier so viele unterschiedliche Menschen mit anderen Lebensgeschichten kennen. Das ist spannend.» Wichtig sei, auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen und ihre Privatsphäre so weit wie möglich zu wahren, erklärt Yvonne Truttmann, Zugsführerin Sanität Zivilschutz des Kantons Zug und einzige Frau in der Truppe. 

«Eine wertvolle Hilfe»
Natürlich werden die Zivilschützer bei ihrem Einsatz von den Fachleuten unterstützt. «Wir wollen niemanden überfordern», sagt Geschäftsleiter Paul Müller. Berührungsängste seien aufgekommen, so Müller. Mittlerweile laufe die Pandemie-Übung aber sehr gut.

Für den Geschäftsleiter des Chlösterli ist klar, dass der Einsatz von 13 Zivilschützern im Falle einer Epidemie oder Pandemie nicht reichen würde. «Dennoch wären sie eine wertvolle Hilfe.» Und noch ein wichtiges Fazit zieht Paul Müller aus der Übungswoche: «Wir haben gelernt, dass sich die Dynamik eines Notfallszenarios nicht planen lässt.»

Andrée Stössel