UNTERÄGERI: Mit «Enkeltrick» Betagten massiv geschröpft

Eine unbekannte Täterschaft hat einem 71-jährigen Mann mit dem so genannten «Enkeltrick» 145'000 Franken abge­nom­men – trotz der Warnung eines Bankangestellten.

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(Bild Manuela Jans/Neue LZ)

(Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Die Zuger Polizei warnt davor, auf telefo­nische Geldanfragen von «Bekannten» einzugehen.

Laut einer Medienmitteilung der Zuger Polizei wurde der Geschädigte am vergangenen Freitag von einem unbekannten Mann mit unterdrückter
Telefonnummer angerufen und von ihm sogleich geschickt in ein Gespräch verwickelt.

Der Anrufer gab sich als Bekannter aus Deutschland aus und sagte, er brauche dringend Geld für den Kauf einer Schweizer Immobilie. Weil die Überweisung aus Deutschland nicht geklappt habe, bat er den 71-Jährigen um Hilfe. Darauf begab sich der Geschädigte zur Bank und verlangte 145'000 Franken, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Geldbezug trotz Warnung des Bankangestellten
Obwohl vom zuständigen Bankangestellten mehrmals auf die Thematik «Enkeltrick» angesprochen, liess er sich nicht vom Bezug des Geldes abhalten. Wenig später übergab der Rentner die 145'000 Franken, wie zuvor telefonisch vereinbart, einer Angestellten seines «Bekannten». Von Letzterem hörte der Geschädigte danach nichts mehr.

Die Zuger Polizei warnt immer wieder vor dem so genannten «Enkeltrick». Erst Ende Juli dieses Jahres konnte eine Frau einen Versuch vereiteln. Auch im vergangenen April verhinderte ein Ehepaar in Zug erfolgreich einen «Enkeltrick». Zu einem weiteren Versuch kam es im November 2008, wie die Zuger Polizei weiter schreibt.

So können Sie den «Enkeltrick» verhindern:

  • Gehen Sie nicht auf telefonische Geldanfragen von «Verwandten» oder «Bekannten» ein
  • Informieren Sie unverzüglich Angehörige und die Polizei.
  • Beziehen Sie keine grossen Geldbeträge in bar.
  • Beantworten Sie kritische Fragen des Bankpersonals korrekt.
  • Legen Sie mit Ihrer Bank Bezugslimiten fest.
  • Vereinbaren Sie allenfalls mit Ihren Angehörigen eine Kollektivunterschrift für Ihr Konto und übertragen Sie ihnen die Zugriffsrechte.

Sollten Sie dennoch Opfer eine Straftat werden, informieren Sie die Polizei. Merken Sie sich Angaben zur Täterschaft (Aussehen, Stimme, Telefonnum­mer, Fahrzeug, Kontrollschild). Dies erleichtert eine erfolgreiche Fahndung.

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