UNTERÄGERI: Natürliche Muskelmänner küren ihren Meister

An der Schweizer Meisterschaft der Natural-Bodybuilder dreht sich alles um den perfekten Körper – und den Kampf gegen Doping.

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Yves Zwyssig lässt sich hinter der Bühne noch den richtigen Teint verpassen. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Yves Zwyssig lässt sich hinter der Bühne noch den richtigen Teint verpassen. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Die Favoriten Milan Panek (links) und Chris Nsubuga (rechts) der Profi-Kategorie zeigen ihre Muskeln. (Bild: Fabian Gubser)
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Jede Muskel der Athleten ist angespannt. (Bild: Fabian Gubser)
Die Athleten der Profi-Kategorie nehmen verschiede Posen ein, um die Jury zu überzeugen. (Bild: Fabian Gubser)
Die Athleten der Profi-Kategorie nehmen verschiede Posen ein, um die Jury zu überzeugen. (Bild: Fabian Gubser)
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))
In Unterägeri findet die Schweizer Meisterschaft im Natural Bodybuilding statt. Gewählt wird Miss Fitness und Mr. Fitness. (Bild: Maria Schmid(Neue ZZ))

Die Favoriten Milan Panek (links) und Chris Nsubuga (rechts) der Profi-Kategorie zeigen ihre Muskeln. (Bild: Fabian Gubser)

Noch einmal pumpt Yves Zwyssig so viel Blut in seine Muskeln, wie es nur geht. Der Zuger aus Oberwil hat dafür Gewichte in die Hände genommen und sich vor einen Spiegel gestellt. Er hebt und senkt die Hanteln, spannt dabei den Bizeps an, schnauft schwer, begutachtet sich und scheint zufrieden zu sein. Bald geht es raus auf die Bühne, ins Scheinwerferlicht, vor das Publikum. Doch noch muss sich der 17-Jährige zusammen mit anderen Natural-Bodybuildern hinter der Bühne in der Halle in Unterägeri gedulden. Etwa 20 Athleten bereiten sich im Backstage-Bereich der Schweizer Meisterschaft im Natural-Bodybuilding auf ihren Show-Auftritt vor. Bis auf einen Slip tragen die muskelbepackten Athleten nichts mehr.

Wie Zwyssig pumpen auch die anderen Sportler ihre Muskeln auf. Sie ziehen an elastischen Bändern, um die Rückenmuskulatur in Form zu bringen, machen auf dem Boden Liegestütze, um eine pralle Brust zu bekommen, oder stemmen Hanteln in die Höhe, damit die Schultern schön ausgeprägt sind.

Schöne Bräune für die Show

Damit die Muskeln auch richtig zur Geltung kommen, lassen sich die Bodybuilder mit brauner Farbe bemalen. Mitgereiste Trainer tragen mit Hilfe von Farbrollern, wie man sie vom Streichen von Wänden kennt, dunkelbraune Farbe auf die Körper. Es sieht aus, als würden sie eine Skulptur bepinseln. Die Bodybuilder sind danach so braun, als hätten sie ihr bisheriges Leben nicht nur im Fitnesstudio, sondern auch an einem Strand nahe des Äquators verbracht.

Auch Zwyssig hat einen perfekten braunen Teint. Nun gilt es für ihn ernst. Mit drei anderen Konkurrenten der Kategorie «Teenager bis 18 Jahre» betritt er die Bühne. Das Publikum johlt. Der Lokalmatador hat offenbar seinen Fanclub mitgebracht. Jetzt heisst es: posen, posen, posen. «Doppel-Bizeps vorne» oder «Lat von hinten» oder «Bauch und Beine vorne». Ein Speaker gibt das Kommando, die Bodybuilder zeigen unter dem Scheinwerferlicht, was sie haben. Zwyssig gibt alles, spannt seine Muskeln mit grosser Anstrengung an und lächelt.

Im Alter von dreizehn Jahren hat Zwyssig begonnen, seinen Körper im Fitnessstudio zu trainieren. «Ich wollte mein Erscheinungsbild verändern», erzählt er. Seitdem geht der Automechaniker fünf Mal die Woche für 1 bis 1,5 Stunden ins Fitnessstudio. In den vergangenen Wochen hat er sich intensiv auf die Schweizer Meisterschaft vorbereitet. Von morgens bis abends gab es immer das Gleiche zu essen: Poulet, Reis, Broccoli, ein Proteinshake, tagein, tagaus. «Das braucht einen starken Willen und viel Ehrgeiz», sagt Zwyssig. Seine Eltern würden sein Hobby mit gemischten Gefühlen verfolgen. «Sie haben Angst, dass ich irgendwelche Substanzen nehme.» Nie würde er aber mit illegalen Mitteln wie Steroiden oder Anabolika das Muskelwachstum beschleunigen wollen. «Wer einen kleinen Penis haben und später unfruchtbar sein will, soll das Zeug ruhig nehmen», sagt er. Leider kenne er einige Teenager, die zu Steroiden greifen würden. «Das wurde mir im Fitnessstudio auch schon mehrmals angeboten. Aber ich bin ein Natural-Bodybuilder. Das bedeutet, dass ich so was eben nicht nehme.»

Lügendetektor für sauberen Sport

Dass Doping gerade im Bodybuilding-Sport ein grosses Thema ist, weiss auch Alex Traber. Er ist der Vizepräsident der «Swiss Natural Bodybuilding and Fitness Federation» und OK-Präsident der Schweizer Meisterschaft. «Bodybuilding ist mit Dreck behaftet. Deshalb muss bei uns jeder Teilnehmer einen Lügendetektor-Test absolvieren. Dieser wird von einer amerikanischen Firma vor dem Wettkampf durchgeführt», sagt Traber, der seit 17 Jahren im Verein tätig ist. Nur wer diesen besteht und seit sieben Jahren clean ist, der darf am Wettkampf teilnehmen. «Die drei Erstplatzierten müssen zudem zum Dopingtest nach Richtlinien des Internationalen Olympischen Komitees. Wer beim Test durchfällt, wird für sieben Jahre von allen Wettkämpfen ausgeschlossen.» Das komme immer mal wieder vor. «Wir geben für diesen Sport viel Herzblut. Er muss deshalb unbedingt sauber bleiben.»

Heute ab 11 Uhr messen sich übrigens noch die Muskelfrauen in der Ägerihalle. Die Siegerehrung ist ab 13.30 Uhr.

Andreas Bättig

Mehr Impressionen von der Schweizer Meisterschaft unter www.luzernerzeitung.ch/bilder