UNTERÄGERI: Neues Heim, neue Kindergärten – und sogar ein Museum

Der Bürgerrat plant eine grössere Über­bauung. Nun stehen die Architekten fest – und präsentieren ihr Projekt der Öffentlichkeit.

Merken
Drucken
Teilen
Beat Iten-Müller, Unterägerer Bürgerpräsident, freut sich auf die Realisierung des Bauprojekts. (Bild Stefan Kaiser)

Beat Iten-Müller, Unterägerer Bürgerpräsident, freut sich auf die Realisierung des Bauprojekts. (Bild Stefan Kaiser)

Der blassrosa Anstrich des Wohnheims Euw und die roten Fensterrahmen werden bald der Vergangenheit angehören. Denn die in die Jahre gekommenen Gebäude an der Alten Landstrasse in Unterägeri sollen einer neuen Überbauung weichen. So bekommen die Bewohner des Wohnheims und die beiden Kindergärten ein neues Zuhause. Aber das ist nicht genug: Die künftige Anlage wird auch Platz für ein Museum der Bürgergemeinde und für Mietwohnungen bieten.

Nachdem im vergangenen Jahr ein entsprechender Kredit von der Bürgergemeindeversammlung gebilligt worden war, hat der Bürgerrat vier Architekturbüros eingeladen, eine Projektstudie zu erstellen. Ende September hat sich zu diesem Zweck eine Fachjury, der auch Mitglieder des Bürgerrats beiwohnten, getroffen. Aus drei schliesslich eingereichten Projekten wurde jenes der Röck Baggenstos Architekten aus Baar ausgewählt. «Wir haben uns für diese Studie entschieden, weil darin unsere Vorstellungen am besten erfüllt worden sind», begründet Beat Iten-Müller, Bürgerpräsident, den Entscheid. Unter anderem hätte auch der parkähnliche Charakter überzeugt. Zudem kann jedes Gebäude durch einen separaten Eingang betreten werden. «Dieses Projekt möchten wir jetzt weiterverfolgen», sagt Iten.

Die alte Eiche wird bleiben

Das Gebäude, in dem die Stiftung Phönix das Wohnheim Euw betreibt, wurde 1957 erbaut. Seit damals hätten sich die Bedürfnisse geändert, wie Iten erklärt. Vergrössert wird das Heim für Menschen mit anhaltenden psychischen Beeinträchtigungen jedoch nicht. Die Überbauung sei aber eine gute Gelegenheit, die gesamte Fläche besser zu nutzen und Platz für rund 20 Mietwohnungen zu schaffen. Das Wohnheim Euw und die beiden Kindergärten sollen weichen, wo währenddessen die Bewohner und Kinder untergebracht werden, ist noch unklar. Doch alles wird neu, nur die alte Eiche bleibt als Zeitzeuge erhalten.

Sogar ein Museum soll im einen Neubau integriert werden. Die Bürgergemeinde sammelt schon seit den 70er-Jahren historische Objekte. Diese fanden bis anhin Platz in einem Showroom im Chlösterli. Doch der Bürgerrat wünscht sich einen angemesseneren Platz, wo die Objekte auch der Öffentlichkeit besser zugänglich werden. «Wir möchten kein Museum mit einer verstaubten Ausstellung, sondern mit Wechsel- und Sonderausstellungen die Unterägerer anlocken», sagt Iten. Des Weiteren sehe die Studie im geplanten Museum einen Multifunktionssaal mit Platz für 100 Personen vor. «Das war uns sehr wichtig, so können wir auch kleinere Veranstaltungen realisieren», freut sich Beat Iten.

Baubeginn wird 2018 sein

Wenn alles nach Plan läuft, sollte 2020 die erste Bauetappe abgeschlossen sein. Zur ersten Etappe gehören der Bau mit dem Wohnheim Euw und das Gebäude mit dem Museum sowie Mietwohnungen. In einer zweiten Etappe folgt dann das dritte Wohnhaus mit den beiden Kindergärten und weiteren Mietwohnungen. «Für die Bürgergemeinde ist dieses Projekt sehr speziell, da wir nicht alle Jahre Überbauungen in dieser Grössenordnung planen», sagt Iten. Er ist überzeugt, für die Gemeinde werde dies sicher eine Bereicherung. Das Projekt sei breit abgestützt. Mit der Stiftung Phönix habe die Bürgergemeinde zusammengearbeitet. «Wir konnten unser soziales Engagement wahrnehmen», sagt er. Das Ziel sei, dass 2017 über den Baukredit abgestimmt werden kann. Der Baubeginn wäre demnach für 2018 geplant. Über die Kosten wollte sich Beat Iten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äussern.

Die Projektstudien liegen am 20. und 21. Oktober im Mehrzwecksaal im Chlösterli in Unterägeri auf. Die Architekten sowie der Bürgerrat werden für Fragen anwesend sein und die Siegerstudie vorstellen.

Andrea Muff