UNTERÄGERI: Polizei findet vermisste Schülerin (11)

Happy End im Fall der vermissten Schülerin im Kanton Zug: Die Polizei hat die 11-Jährige in einer Wohnung in Unterägeri gefunden – unweit des Wohnorts des Mädchens.

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Die Polizei suchte in der Luft und am Boden nach der Vermissten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Polizei suchte in der Luft und am Boden nach der Vermissten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Am Dienstagabend kurz nach 18 Uhr hat die Zuger Polizei das vermisste Mädchen aus Unterägeri gefunden. Sie ist wohlauf, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden mitteilen. Nach ersten Erkenntnissen hatte sie sich in einer Wohnung an der Zugerbergstrasse in Unterägeri versteckt. Der Bewohner der Wohnung habe das Mädchen am Abend bei seiner Heimkehr vorgefunden und umgehend die Polizei informiert, sagte Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, auf Anfrage. Was das Mädchen in der Wohnung gemacht habe und wie es dort hineingekommen ist, sei im Moment noch unklar. Die Zuger Polizei klärt nun die genauen Hintergründe des Verschwindens ab.

In welchem Verhältnis das Mädchen zu diesem Mann steht, wird gemäss Schlatter derzeit noch abgeklärt. Beide seien am Dienstagabend zur Befragung auf den Posten gebracht worden. Klar sei allerdings, dass der Fundort nahe beim Wohnort des Mädchens liege.

Wer kommt für Kosten auf?

Auf die Frage, wer die Kosten für die Suchaktion übernehmen müsse, sagte Schlatter: «Wir sind grundsätzlich froh, dass das Mädchen gefunden wurde. Die Frage nach der Kostenübernahme stellt sich heute Abend nicht.»

Die Schülerin war seit Montagmorgen 8 Uhr verschwunden und bis am Dienstagnachmittag gab es keine Hinweise, wo sie sich aufhalten könnte. In Unterägeri kam ein Helikopter zum Einsatz. Die Polizei suchte mit Bluthunden nach der Vermissten, wie Marcel Schlatter sagte. Die Polizei hat diverse Objekte und Wege nach der Elfjährigen abgesucht. Zivilschützer durchkämmten in Unterägeri Waldstücke.

«Das ist schon schlimm, dass das kleine Mädchen verschwunden ist», sagte Spaziergänger Willi Nef, der mit Hündin Kalea gerade vorbeiging. «Wir werden jetzt auch genau schauen beim Spazieren, ob wir etwas entdecken.» Auch die neunjährige Alessia war den Polizisten bei ihrer Suche gefolgt. «Das hört sich gar nicht gut an, was mit Svenja passiert ist, ein Schulkamerad von mir kennt sie.» Von der Elfjährigen, die seit Montag spurlos verschwunden war, fehlte zu diesem Zeitpunkt noch vor jede Spur.

Fernab des Schulweges

Das Mädchen hatte am Montagmorgen um 8 Uhr ihr Internat an der Zugerstrasse in Unterägeri verlassen, scheinbar in der Absicht, ihre Schule am Höhenweg zu besuchen. Zuletzt gesehen wurde das Mädchen hingegen wenige Minuten danach fernab des Schulweges an der Zugerbergstrasse, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden am Dienstag mitteilten. Erst rund fünf Stunden später wurde die Zuger Polizei über das Verschwinden der 11-Jährigen informiert. In der Nacht auf Dienstag haben zudem je ein Polizei- und Armeehelikopter Suchflüge im Ägerital nach der Vermissten durchgeführt.

Aber warum bloss muss die Primarschülerin eigentlich in die Schule im Höhenweg gehen, wenn sie im Internat an der Zugerstrasse untergebracht ist? «Unsere Internatsschule besteht aus zwei grösseren Liegenschaften. Die eine liegt an der Zugerstrasse, die andere am Höhenweg», erklärt Elisabeth Köppel-Bossard von der Schulleitung. Die Schulräume der Kinder der 4. bis zur 6. Klasse würden sich am Höhenweg befinden. «Dadurch kommen unsere älteren Schüler zu einem täglichen Schulweg, wie es auch an der öffentlichen Schule üblich ist.»

Die Privatschule Dr. Bossard in Unterägeri unterrichtet gemäss Homepage rund 50 Primarschüler mit Sprach- und Kommunikationsstörungen, Verhaltensbesonderheiten und anderen Schulschwierigkeiten.

Natelauswertung war ergebnislos

Die Vermisste wurde im nationalen und internationalen (Schengener Informationssystem SIS) Fahndungssystem ausgeschrieben. Eine Natelauswertung blieb ergebnislos. Die Vermisste trug ihr Mobiltelefon nicht auf sich. «Nach aktuellem Kenntnisstand der Zuger Polizei war die Primarschülerin zuvor noch nie verschwunden», versicherte Schlatter. Die Polizei stellte auch Ermittlungen und Befragungen im Umfeld der Schülerin an. Es ging dabei darum, neue Anhaltspunkte für die Suche zu gewinnen.

zim/rem/sda/kst