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UNTERÄGERI: Rowdys wüten beim Skilift Nollen

Beim Nollen war der Start in die Skisaison wenig erfreulich für die Betreiber des Lifts. Unbekannte fuhren durchs Fahrverbot und hinterliessen ihre Spuren.
Zoe Gwerder
Hier führt der Skilift über die Strasse. (Bild: Maria Schmid (25. Januar 2017))

Hier führt der Skilift über die Strasse. (Bild: Maria Schmid (25. Januar 2017))

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

«Wir sind auf einer Höhe, wo man um jede Schneeflocke froh ist, da braucht es nicht auch noch so etwas!» Ruedi Hanhart, Betriebsleiter des Skilifts Nollen, ist verärgert. Jetzt, wo es endlich wieder einmal ausreichend Schnee hat, um auch den grossen Skilift im Nollen zu betreiben, gibt es offenbar Einzelne, denen dies nicht ganz passt. Der Ärger dreht sich um die Strasse in Richtung Zugerberg, die mitten durch das Skigebiet führt. Dort gilt ein Fahrverbot während des Zeitraums, in dem der Skilift betrieben wird. «Dies gilt auch nachts, wenn der Lift nicht läuft», präzisiert Hanhart. Denn die Strasse quert zuerst das präparierte Skilift-Trassee und danach auch noch die Piste.

Bei Ruedi Hanhart ist der Ärger noch heute zu spüren. Der Grund sind unbekannte Autofahrer, die vor zwei Wochen die Strasse hochgefahren sind – während einer Woche jede Nacht. Dabei hätten sie einen Teil des Skilift-Trassees und teilweise auch die Piste beschädigt. Morgen für Morgen musste er mit einem Kollegen die Schäden wieder reparieren. Problematisch und aufwendig sind dabei vor allem die Schäden am Skilift-Trassee, erklärt Hanhart. Denn die Strasse wird dort, wo der Skilift darüber führt, mit Schnee aufgeschüttet, sodass die Stelle für die Skifahrer am Lift gut passierbar ist. Diesen Schneekeil wieder hinzuschaufeln und zu präparieren, benötigt Zeit: «Bis die Stelle wieder für den Skiliftbetrieb taugt, haben zwei Männer schnell einmal zwischen einer halben Stunde und einer Stunde Arbeit.»

Traktoren zogen Autos raus

Hanhart vermutet, dass es sich um junge Autolenker handelte, die ihre Allradautos testen wollten. Quasi ein Lausbubenstreich. An den Spuren sei zudem zu sehen gewesen, dass die Autos offenbar stecken geblieben waren und dann von Traktoren herausgezogen werden mussten.

Zudem hatten ebenfalls Unbekannte das Schild abgedeckt, welches darauf hinweist, dass der Skilift in Betrieb ist und die Strasse nicht befahren werden darf. Dies habe dazu geführt, dass am vergangenen Wochenende ein Auto versehentlich mitten im Skilift-Betrieb über das Skilift-Trassee fuhr und danach bei der Piste stecken blieb. Im Gegensatz zu den anderen Fällen habe sich dieser Autofahrer gemeldet. Dabei habe man das verdeckte Schild entdeckt, so Hanhart. Mit der Gemeinde wurde darauf die Lage besprochen, wie Sicherheitsvorsteher Fridolin Bossard bestätigt. Auch er ärgert sich noch immer über die Vorfälle: «Das ist rücksichtslos. Jetzt, wo wir schon mal ausreichend Schnee beim Nollen haben, soll man das auch geniessen können.» Die Gemeinde hat nun reagiert. Am Anfang der Strasse haben die Arbeiter des Werkhofs einen Wall aufgeschüttet. Auch am anderen Ende der Strasse wurde mit dem Pistenfahrzeug ein Wall erstellt. Seither sei es ruhig, bestätigt auch Betriebsleiter Hanhart.

Lausbubenstreich belastet Kasse

Für einen Skilift wie den Nollen sind solche Zusatzaufwände eine Herausforderung. «Der Betrieb des Liftes ist schon so an manchen Tagen nicht kostendeckend», sagt Verwaltungsrat Mark Grüring. «Die Arbeit, die mit solchen Schäden zusätzlich anfällt, bringt auch mehr Kosten», sagt der Verwaltungsrat. Denn die Leute seien im Stundenlohn angestellt. Für einen Skilift, der in den letzten Jahren nur noch an wenigen Tagen im Jahr betrieben werden konnte, schlägt ein solcher Mehraufwand stark zu Buche. Und es geht aus Grürings Sicht auch nicht nur um die Kosten: «Die Leute, die für den Skilift arbeiten, machen dies mit viel Herzblut. Wenn diese Arbeit dann zerstört wird, kann das sehr frustrierend sein.»

Er selber geht aber nicht davon aus, dass es sich um böse Absicht handelt. «Mit den Landeigentümern haben wir es gut. Wir können gut mit ihnen zusammenarbeiten.» Er geht davon aus, dass es Leute waren, die den Weg über den Zugerberg fahren wollten, um beispielsweise der Polizei auszuweichen. «Ich denke, dass dies Leute waren, die nichts studierten. Nur haben wir dann die Misere.» Wer hingegen das Schild abgedeckt hat, das kann er sich nicht erklären.

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