UNTERÄGERI: «Wir müssen die Schlacht vermarkten»

Das geplante Ägeribad könnte das Tal touristisch weiterbringen. Hoffnungen setzt der Präsident des Verkehrsvereins auch auf längst Vergangenes.

Interview Silvan Meier
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Die Destination Ägerital-Sattel macht sich fit für die Zukunft, wie der Unterägerer Verkehrsvereinspräsident Hansruedi Albisser sagt. (Bild Stefan Kaiser)

Die Destination Ägerital-Sattel macht sich fit für die Zukunft, wie der Unterägerer Verkehrsvereinspräsident Hansruedi Albisser sagt. (Bild Stefan Kaiser)

Vor kurzem hat der Verkehrsverein Oberägeri eine neue Präsidentin gewählt. Auf Alois Rogenmoser folgte Barbara Schneider (wir berichteten). Neue Entscheidungsträger bringen in der Regel auch frischen Wind. Ist es also an der Zeit, die vor rund sechs Jahren gescheiterte Fusion der Verkehrsvereine von Unter- und Ober­ägeri wieder zu thematisieren? Hansruedi Albisser, seit 2008 Präsident des Kur- und Verkehrsvereins Unterägeri, nimmt Stellung.

Hansruedi Albisser, kommt es nun zum Zusammenschluss der beiden Verkehrsvereine?

Hansruedi Albisser: Nachdem 2007 die vom Kur- und Verkehrsverein Unterägeri forcierte Fusion der beiden Verkehrs­vereine gescheitert ist, haben wir uns erstaunlich schnell wieder gefunden. Wir waren uns immer einig, dass eine konstruktive Zusammenarbeit im Bereich der touristischen Vermarktung unserer Region wichtig ist. Mit der Unterstützung von Zug Tourismus haben die drei Verkehrsvereine von Unter- und Oberägeri sowie von Sattel eine Marketingstrategie formuliert. Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.

Das bedeutet, dass eine Fusion vom Tisch ist?

Albisser: Für den Moment stimmt das so. Wie es in 20 Jahren aussieht, ist allerdings eine andere Frage. Aber wir erachten es derzeit unter dem Strich als wirkungsvoller, die Entwicklung der Tourismusregion Ägerital-Sattel auf einer breiten Basis, möglichst nah an der Bevölkerung, abzustützen. Zudem wirken die drei in etwa gleich gewichtigen Vereine gegenseitig als Korrektiv. Deshalb ist die jetzige Form die richtige Organisationsstruktur.

Sie haben sich gegen die Anpassung des kantonalen Tourismusgesetzes ausgesprochen. Nun wird der Kantonsrat aber morgen Donnerstag das Gesetz in zweiter Lesung wohl durchwinken. Haben Sie den Widerstand schon aufgegeben?

Albisser: Wir haben mit den Ägeritaler Kantonsräten gesprochen und mussten einsehen, dass unsere Opposition keinen grossen Sinn macht. Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Gesetzesänderung. Aber wir haben klar Position für eine föderalistische Tourismuspolitik bezogen. Nun stehen die Zeichen aber so, dass der Kantonsrat den Wechsel zu einer zentralistisch orientierten Tourismuspolitik vollziehen und Tourismus Zug zu einem kantonalen touristischen Dienstleistungszentrum erklären wird. Damit können wir leben, wenn die Politik innerkantonale Tourismusdestinationen wie das Ägerital als eigenständige Einheiten anerkennt.

Was meinen Sie damit?

Albisser: Wir wollen uns weiterhin als eigenständige Region vermarkten können. Die Region Ägerital-Sattel ist eine Feriendestination, Tourismus Zug orientiert sich eher an Geschäftskunden. Wir werden unsere Marketingstruktur nach dem Entscheid des Kantons den neuen Gegebenheiten anpassen. Wir werden die Schnittstellen mit Zug Tourismus neu definieren, damit wir nach wie vor auf unsere Weise Marketing betreiben können.

Für das Ägerital steht am 22. Juni mit der Abstimmung über das Ägeribad ein weiterer wichtiger Entscheid an. Braucht das Ägerital ein Hallenbad?

Albisser: Diese Frage wird der Stimmbürger beantworten müssen. Touristisch wäre ein Hallenbad aber interessant. Meines Wissens gibt es im gesamten Alpenraum kein Hochtal auf über 700 Höhenmeter, das am eigenen See über ein zeitgemässes Hallenbad verfügt. Mit dem Ägeribad würde unsere Destination einen markanten Leuchtturm für die Vermarktung erhalten.

Mit der 700-Jahr-Feier der Schlacht am Morgarten steht 2015 ein weiterer Höhepunkt an. Inwieweit ist der Kur- und Verkehrsverein in die Vorbereitungen involviert?

Albisser: Wir sind nicht direkt an der Organisation der Jubiläumsfeierlichkeiten beteiligt, aber wir sind natürlich über alles informiert. Unsere Aufgabe wird es sein, das Jubiläumsjahr nachhaltig zu gestalten. Wir müssen diese Chance nutzen und die Schlacht am Morgarten in die Vermarktung aufnehmen. Die Geschichte soll ein Identifikationsmerkmal für Ägerital-Sattel werden.