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UNTERÄGERI/MENZINGEN: Grosser Einsatz für die Hunde

Morgen Samstag haben Schäferhunde am Hundesportwettkampf ihren grossen Auftritt. Mittendrin sein wird Vreni Reding als OK-Präsidentin und begeisterte Anhängerin des Sports.
Carmen Rogenmoser
Vreni Reding trainiert mit ihrer Belgischen Schäferhündin Quga regelmässig auf dem Gelände ihrer eigenen Hundeschule Wyden in Menzingen. (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Vreni Reding trainiert mit ihrer Belgischen Schäferhündin Quga regelmässig auf dem Gelände ihrer eigenen Hundeschule Wyden in Menzingen. (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Quga begrüsst die Besucher stürmisch, schaut dann aber sofort erwartungsvoll zu ihrer Halterin Vreni Reding. Die zweieinhalbjährige Belgische Schäferhündin ist voller Tatendrang – und darf den dann ausleben. Vreni Reding nimmt sie an die Leine und macht kurze, zackige Übungen mit ihr. «Fuss», sagt sie bestimmt. Quga folgt sofort. «Sitz», auch da tut die Hündin wie ihr befohlen. «Das war etwas langsam», bemerkt Reding kritisch. Sie weiss genau, was sie von ihrer Hündin verlangen kann. Seit 23 Jahren führt sie die Hundeschule Wyden in Menzingen. Selber hat sie in rund 40 Jahren 13 eigene Hunde, fast ausschliesslich Schäferhunde, ausgebildet und unzähligen Hundebesitzern bei der Erziehung ihrer Haustiere geholfen.

Quga ist jung, sie hat noch Zeit zu lernen. Doch Vreni Reding hat viel vor. «Jetzt gehe ich mit ihr an die ersten Hundesportprüfungen.» Diese Prüfungen gehören genauso zum Leben der Oberägererin wie ihre Hunde. An über 450 Wettkämpfen hat sie in all den Jahren teilgenommen, und sie amtet auch als Prüfungsexpertin. Zudem ist sie im Vorstand des Schweizerischen Klubs der Belgischen Schäferhunde und organisiert aus diesem Amt heraus die zweite Ausscheidung für die Hundesportprüfung-Weltmeisterschaft, die Mitte September in Rheine (D) stattfindet. Die ­Prüfung dafür findet morgen Samstag, 1. Juli, in Unterägeri statt (siehe Box). Angemeldet ­haben sich 25 Wettbewerbs- bestreiter. Die besten sechs qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft. Bereits in der Früh um 7.30 Uhr geht’s los. Vier Leistungsrichter stehen im Einsatz und bewerten die Arbeit der Teams (Hund und Halter) über ein Mikrofon. So haben auch die Zuschauer einen Überblick über die Resultate. Geprüft werden drei Disziplinen: Abteilung A Unterordnung, Abteilung C Schutzdienst und die Fährtenarbeit.

Eine reine Sporthundeausbildung

Bei der Unterordnung geht es um die Harmonie zwischen Halter und Hund. Aufmerksamkeit und Schnelligkeit spielen da eine grosse Rolle. Während der Prüfung wird mit einer 6-Millimeter-Platzpatronen-Pistole geschossen. Der Hund darf sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Beim Schutzdienst müssen die Hunde einen Helfer stellen, ihn verbellen und bewachen. Der Helfer wird dabei in einen speziellen Anzug sicher verpackt, und der Hund muss die Flucht des Helfers vereiteln. «Das sieht spektakulär aus, auch für die Besucher», erklärt Reding und ergänzt: «Diese Disziplin hat nichts mit einer Polizeihundearbeit zu tun. Es ist eine reine Sporthundeausbildung.» Als Drittes wird die Fährtenarbeit des Hundes getestet. Dabei folgt der Hund einer gelegten menschlichen Fährte und darf sich von nichts ablenken lassen. Dieser Teil der Prüfung findet nicht in der Unterägerer Chruzlen statt, sondern in Menzingen rund ums Frohbüel, wo sich auch der Trainingsplatz von Vreni Reding befindet. Die Durchführung einer solchen Prüfung ist ein grosser Kraftakt. «Es gibt viel zu tun», sagt Reding – und es braucht viel Platz. «Wir sind der Gemeinde und dem FC Ägeri sehr dankbar, dass sie uns grosszügig entgegenkommen.» Ebenfalls lobend äussert sie sich zu den Bauern, die ihr Land für die Prüfung zur Verfügung stellen. «Das ist nicht selbstverständlich.»

Quga ist mittlerweile aufgewärmt. «Das ist bei Hunden genauso wichtig wie beim Menschen», erklärt Reding. Nun ist sie bereit für eine Vorführung. Reding nimmt ein grosses Holzapport und wirft es über eine 1 Meter hohe Hürde. Quga muss sitzen bleiben und darf erst los, wenn Reding das Kommando gibt. Dann spurtet sie los und springt mit Leichtigkeit über die Hürde, schnappt sich das Apport und kommt damit über die Hürde zurück zu Reding. «Gut gemacht», lobt diese und wirft Quga zur Belohnung ein Spielzeug, an dem sie sich austoben kann, zu.

Die Hunde gehören dazu

Vreni Reding hat eine tiefe Beziehung zu ihren Hunden. Sie gehö­ren immer und überall dazu und kommen auch mit in die Ferien. «Das ist alles eine Frage der Organisation.» Neben Quga gibt es auch noch Ninjio, einen achtjährigen Belgischen Schäferhund, und Rocky. Rocky fällt etwas aus dem Rahmen. Er ist klein und hat langes Fell an den Ohren. «Ich wollte schon lange einen kleinen Hund, mit dem ich arbeiten kann.» Dafür eignet sich die Rasse Papillon gut. «Ein Schosshund ist er definitiv nicht», erklärt sie. Auf den Hund gekommen ist Vreni Reding übrigens schon als Jugendliche. «Meine Eltern hatten mir ein Pferd versprochen, doch das gab es dann doch nicht.» So hat sie sich von dem eigenen Geld einfach einen Hund gekauft. Es war Liebe auf den ersten Blick. Im nächsten Jahr wird Vreni Reding pensioniert. «Ans Aufhören denke ich aber nicht», sagt sie lachend und krault Quga liebevoll.

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