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UNTERBRINGUNG: Kanton Zug: Schwierige Flüchtlings-Prognose

Der Kanton verfügt ab Juni in der Chamau in Hünenberg über 24 neue Plätze für den Asylbereich. Doch die Suche nach Unterkünften geht weiter, wie Frau Landammann Manuela Weichelt verrät.
Charly Keiser
Ein Flüchtling in einer Asylunterkunft. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Ein Flüchtling in einer Asylunterkunft. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Der Druck, nach Unterkunfts­möglichkeiten für den Asylbereich zu suchen, ist geringer als auch schon. Dies, weil die Zahl der Gesuche in der Schweiz im ersten Quartal 2017 gesunken ist. Die 4731 Asylgesuche des Quartals entsprechen 1094 Gesuchen weniger als im Herbstquartal 2016 – und das sind 3584 Gesuche weniger als im ersten Quartal 2016.

Der Kanton Zug verfügt zudem ab Juni in der Chamau in Hünenberg über 24 neue Plätze für Flüchtlinge und Asylbewerber (siehe Box).

Unsichere Entwicklung

Bleibt die Situation so, wie sie sich heute präsentiert? Zweifel sind angebracht, schreibt doch das Staatssekretariat für Migration (SEM) in seiner Asylstatistik für das 1. Quartal 2017: «Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass an den Grenzen Europas, im Nahen Osten und in Libyen ein erhebliches Migrationspotenzial besteht, das in relativ kurzer Zeit zu einem Anstieg der Asylgesuche in Europa und in der Schweiz führen kann.»

Die Entwicklung in den Konfliktregionen bleibe höchst unsicher, ergänzt Frau Landammann Manuela Weichelt. «Sicher ist: Wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, überqueren bekanntlich mehr Migranten das Mittelmeer.» Der Kanton Zug orientiere sich an den Prognosen des SEM und gehe davon aus, dass ihm der Bund – gemäss dem Verteilschlüssel von 1,4 Prozent – während des Frühlings 20 bis 25 Personen aus dem Asylbereich pro Monat zuweisen werde. «Und diese Zahl entspricht den Vorjahreswerten.»

Im Kanton hätten derzeit alle 1205 Personen aus dem Asylbereich eine Unterkunft, erklärt Regierungsrätin Weichelt. Und davon seien 869 in kantonalen Strukturen untergebracht. Bei stark ansteigenden Zahlen müsste in den Unterkünften verdichtet werden. Der Kanton verfüge derzeit über sechs kantonseigene Unterkünfte mit unterschiedlich vielen Plätzen, ergänzt die Chefin der Direktion des Innern (DI) und fügt an: «Hinzu kommen Unterkünfte von Gemeinden und Privaten.»

Interesse am Motel Sihlbrugg

Bekanntlich hat die DI das Motel Sihlbrugg genauer prüfen lassen, und es liegen drei Offerten der Besitzerin vor («Zuger Zeitung» vom 28. April). Was ist da geplant? «Gemäss dem politisch gewollten und gesetzlich verankerten proportionalen Verteilschlüssel auf die Gemeinden müsste die Gemeinde Baar für 232 Personen Unterbringungskapazität zur Verfügung stellen», erklärt Weichelt. Aktuell liege die Gemeinde mit 72 Personen «im Minus». Der Kanton sei darum grundsätzlich am Motel Sihlbrugg interessiert, und die DI und die Baudirektion seien mit der Besitzerin in Kontakt. «Mit einer Entscheidung, für die auch das Gespräch mit der Gemeinde Baar gesucht wird, ist in den nächsten Monaten zu rechnen.» Wie einfach oder schwer ist es, Plätze zu finden? «Die grösste Herausforderung besteht darin, bei ständig schwankenden Zahlen nicht zu wenig, aber auch nicht zu viele Betten zur Verfügung zu haben», verrät Weichelt und betont: «Das ist anspruchsvoll.» Der Kanton nutze sehr viele Abbruchliegenschaften, bei denen von heute auf morgen Baugesuche bewilligt werden könnten oder aber diese durch Einsprachen blockiert seien. «Das heisst», sagt Weichelt: «Man muss immer flexibel bleiben. Ein zweiter wichtiger Punkt: Der gemietete Raum muss im Rahmen der Bundespauschalen finanzierbar sein, was bisher immer gelungen ist. Wir hoffen, dass dies auch weiterhin so bleibt.»

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