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UNTERFELD: Das Hochhaus verärgert die Nachbarn

Insgesamt acht Einwendungen sind gegen das Grossprojekt bei der Stadt eingegangen. Der Stadtrat lehnt alle ab – ausser einer.
Samantha Taylor
Das Gebiet Unterfeld soll überbaut werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Gebiet Unterfeld soll überbaut werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Samantha Taylor

Der neue Stadtteil, der im Gebiet Unterfeld–Schleife zwischen Zug und Baar entstehen soll, scheidet die Geister: Was für die einen ein mustergültiges Vorhaben in Sachen Verdichtung und Städtebau ist, ist für die anderen ein uninspiriertes Megaprojekt am falschen Ort. Solche und ähnliche Aussagen waren Anfang Mai im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) zu hören, als der Bebauungsplan in erster Lesung beraten wurde. Die Unterlagen dazu lagen inzwischen öffentlich auf, und die Reaktionen blieben – wie zu erwarten – nicht aus. Insgesamt acht Einwendungen sind gegen das Vorhaben eingegangen. Sie stammen einerseits von den Nachbarn aus dem Eschenring. Andererseits kommen sie von den Fraktionen SP und Alternative-CSP des GGR.

Am meisten Unmut verursacht unter den Nachbarn das 60-Meter-Hochhaus. Mehrfach wurde die Verschiebung des Hauses Richtung Norden beantragt. Es soll vor dem Bürogebäude zu stehen kommen. «Der jetzige Standort ist unlogisch und unmenschlich», findet Danuta Kunz, eine Bewohnerin des Eschenrings, deren Wohnung hinter dem geplanten Hochhaus liegt. Andere fordern einen Verzicht auf den «Turm». Die Höhe von 60 Metern sei inakzeptabel für die Nachbarn, allein schon wegen des Schattenwurfs und der versperrten Aussicht, argumentiert Marianne Stuck Schubiger. Die Gebäudehöhe entlang der Bahngleise soll darum auf 25 Meter beschränkt werden. Damit würde sich der Bau besser in die Nachbarschaft einordnen.

Grundsätzlich über die Bücher

Neben dem «Turm» stehen auch das Verkehrskonzept und die Sportplätze in der Kritik. Durch Letztere befürchten die Bewohner des Eschenrings Lärmimmissionen. Und das Verkehrskonzept werten sie als «illusorisch und nicht genügend durchdacht», wie etwa Max Kohlbrenner und Graziella Ambord Kohlbrenner schreiben. Es sei Schönrederei, wenn davon ausgegangen werde, dass der Hauptteil des Verkehrs über Bahn und Bus laufen werde. Und schliesslich fordert ein Teil der Nachbarn, dass die gesamte Planung überdacht wird, damit die «Einwände und Anliegen der Bewohner des Eschenrings ernster genommen und berücksichtigt werden».

Der Stadtrat seinerseits hat zu allen Anträgen aus der Nachbarschaft Stellung genommen, lehnt diese jedoch allesamt ab. Die Hochhausplanung wie auch die Platzierung der Sportplätze betreffe den Bebauungsplan der Gemeinde Baar, begründet er. Bezüglich der Verkehrsplanung teilt der Stadtrat die Befürchtungen der Einsprecher nicht. Das Verkehrskonzept entspreche den kantonalen Anforderungen, heisst es im Bericht.

Verpflichtung zur Nachhaltigkeit

Auch die beiden linken Fraktionen des Grossen Gemeinderats bringen eine ganze Reihe an Argumenten gegen den Bebauungsplan vor. Unter anderem beantragen sie, dass der GGR in der zweiten Lesung nicht auf die Zonenplanänderung und die Änderung der Bauordnung eintreten soll. Beides ist eine Voraussetzung für die Realisierung des Projekts Unterfeld. Die beiden Fraktionen begründen ihre Forderung damit, dass eine Zonenplanänderung und eine Änderung der Bauordnung nicht zulässig seien. Die Nutzungspläne könnten nur geändert werden, wenn sich die Verhältnisse erheblich verändert hätten. Das Gebiet sei im Rahmen der Ortsplanung im Jahr 2010 in die Zone WA5 eingeteilt worden. In dieser Zone können maximal 5 Geschosse und Gebäudehöhen von 18,5 Meter realisiert werden. Der vorliegende Bebauungsplan weiche insbesondere in der Dichte, der Gebäudehöhe und der Geschossigkeit erheblich von der Zone WA5 ab. Der Stadtrat widerspricht den Fraktionen in diesem Punkt jedoch. Das Gebiet Unterfeld–Schleife gehöre dem Verdichtungsgebiet II an. Die Planung Unterfeld achte die öffentlichen Interessen und die privaten Interessen würden nicht übermässig tangiert. Der Antrag, dass eine maximale Geschosszahl festgeschrieben werden soll, lehnt der Stadtrat ebenfalls ab.

Nur in einem Punkt stimmt er mit den Einwendern. So verlangen die Fraktionen, dass die Grundeigentümerin zur Übernahme des sogenannten SNBS-Standards oder eines anderen in der Schweiz anerkannten Nachhaltigkeitsstandards verbindlich verpflichtet wird. Der Stadtrat stimmt dem zu und beantragt dazu eine Ergänzung im Bebauungsplan.

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