Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UNTERFELD: Rat streitet über Megaprojekt

Das Stadtparlament hat den Bebauungsplan in erster Lesung kontrovers diskutiert. Dabei ging es auch um ganz grundsätzliche Fragen.
Hier sollen Baar und Zug mit dem Unterfeld-Projekt zusammenwachsen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Hier sollen Baar und Zug mit dem Unterfeld-Projekt zusammenwachsen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Samantha Taylor

Es versprach eine intensive Debatte zu werden, die erste Lesung des Bebauungsplans Unterfeld im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR). Dies einerseits, weil es sich bei der Überbauung um ein Megaprojekt handelt. Andererseits, weil die Bau- und Planungskommission (BPK) den Bebauungsplan zur Ablehnung empfiehlt (Ausgabe vom 4. Mai). Das Versprechen wurde eingelöst. Zwar beschloss der Rat kommentarlos das Eintreten. Allerdings diskutierte er anschliessend das Vorhaben rund dreieinhalb Stunden – im Beisein zahlreicher Gäste, unter anderem von Baars Bauchef Paul Langenegger und Vertretern des Bauherren und Investors Implenia. Nach einer Abstimmung über nötige oder unnötige Ausstände (siehe Box) fasste erst BPK-Präsident Urs Bertschi den Bericht der Kommission zusammen und appellierte an den Rat, «genau hinzuschauen». Bauchef André Wicki betonte die Wichtigkeit des «ausgereiften und wegweisenden Projekts».

Der richtige Ort?

In den Fraktionsvoten wurde dann der Klassiker «links gegen rechts beziehungsweise bürgerlich» gespielt. Dabei ging es um die Feststellung, die die BPK in ihrem Bericht aufgeworfen hat: «Das falsche Konzept für diesen Ort»; um grosse Fragen wie «Wohin wollen wir mit Zug?» und um städtebauliche Konzepte zwischen «Banlieue» und «lebenswertem Raum».

«Wenn nicht hier, wo wollen wir dann ein solches Projekt realisieren?», fragte Richard Rüegg im Namen der CVP-Fraktion und betonte: «Wir befinden uns im Unterfeld in einer Bauzone und in einem Wachstumsgebiet, in dem eine hohe Verdichtung möglich ist.» Die SVP erinnerte ihrerseits daran, dass dieser Bebauungsplan einer zugerischen Entwicklung Rechnung trage. «Die Stadt Zug bleibt kein kleines Indianerdorf, sie wächst», äusserte Jürg Messmer. Man erhalte hier ein attraktives Projekt mit einem Park, einem Badesee, preisgünstigen Wohnungen und einem Mobilitätskonzept. «Was wollen wir mehr?» Roman Burkard weibelte im Namen der FDP dafür, in «städtischen Strukturen zu denken». Mit dem Projekt könne verhindert werden, dass ausserhalb des Stadtzentrums eine Bebauung mit Agglomerationscharakter entstehe. «Das Projekt muss als Chance gegen Zersiedelung genutzt werden», so Burkard.

Nicht in dieser Kombination

Ganz anders klang es seitens der beiden linken Fraktionen. Man begrüsse zwar alles, was versprochen sei – den Badesee, die Spielplätze und die preisgünstigen Wohnungen, sagte Ignaz Voser für die Fraktion Alternative-CSP. «Aber nicht zusammen mit diesem Megaprojekt.» Man müsse sich hier fragen, ob eine solche Klotzerei nicht Gift für die Stadt sei. Louis Bisig, der im Namen der SP-Fraktion sprach, äusserte, dass die Fraktion der Meinung sei, das Projekt befinde sich am falschen Ort. «Wir sind kritisch, ob an dieser Stelle beispielsweise wirklich publikumsattraktive Nutzungen angezogen werden können.» Die SP betonte ausserdem, dass ein Projekt in dieser Grösse alle Zuger betreffe. «Darum sollten die Zuger ein Mitentscheidungsrecht im Rahmen einer Volksabstimmung bekommen», so Bisig.

Die GLP war übrigens geteilter und unentschiedener Meinung. Während Daniel Meyer das Unterfeld mit den Pariser Banlieues verglich, betonte Parteikollege Stefan Huber, dass bei einer Ablehnung «garantiert eine schlechtere Lösung» geboten werde.

Veloweg erhalten

Nach den Einzelvoten ging es in der Detailberatung unter anderem um die Verpflichtung zur 2000-Watt-Gesellschaft, um autoarmes Wohnen sowie einen Anschluss an die Baarerstrasse. Alle Anträge wurden abgelehnt. Einzig ein Antrag der SP für die Erhöhung des Maximalwohnanteils auf 40 Prozent sowie ein Antrag der Alternative-CSP für den Erhalt des Velowegs während der Bauzeit wurden angenommen. Es folgt eine zweite Lesung, in der der Rat über den Bebauungsplan befinden wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.