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UNTERFELD: Run auf Wohnungen und Erdgeschosse

Dass sowohl in Baar wie auch in Zug das Volk das letzte Wort hat, kommt auf allen Seiten gut an. Gleichzeitig erhalten die Investoren auf beiden Seiten interessante Angebote.
Samantha Taylor
Auf dieser Fläche zwischen Zug und Baar soll das Megaprojekt zu stehen kommen.Bild: Stefan Kaiser (10. Mai 2016)

Auf dieser Fläche zwischen Zug und Baar soll das Megaprojekt zu stehen kommen.Bild: Stefan Kaiser (10. Mai 2016)

Ob im Unterfeld zwischen Baar und Zug in den nächsten Jahren 700 Wohnungen entstehen, liegt nun auch in den Händen der Stadtzuger. So hat es der Grosse Gemeinderat (GGR) am Dienstag beschlossen. Er hat dem Bebauungsplan zugestimmt und mittels des Behördenreferendums beschlossen, diesen auch in der Stadt vors Volk zu bringen (Ausgabe von gestern).

In der Nachbargemeinde Baar, auf deren Boden zwei Drittel des Megaprojekts zu stehen kommen, ist man mit dem Ausgang der Diskussion in der Stadt zufrieden. «Es ist gut, dass in beiden Gemeinden das Volk über das Projekt befinden kann», sagt Bauchef Paul Langenegger. Bei einem Projekt dieser Dimension sei es wichtig, dass die Stimmbürger ihre Meinung kundtun könnten. Sorgen, dass das Projekt nun an der Stadtzuger Urne scheitern könnte – damit es realisiert wird, muss es in beiden Gemeinden angenommen werden –, macht sich Langenegger nicht. «Es ist eine gute Sache. Und darum bin ich sicher, dass der Bebauungsplan sowohl in Zug wie auch in Baar gute Chancen haben wird, angenommen zu werden.»

Ganz ähnlich sieht das Korporationspräsident Urban Keiser. Der Korporation gehört das Stadtzuger Grundstück. Sie will darauf rund 400 preisgünstige Wohnungen realisieren. «Es ist immer positiv, wenn das Volk sich zu einem Thema äussern kann», so Keiser. Ausserdem sei das Interesse an den preisgünstigen Wohnungen schon heute gross. Denn in der aktuellen Ausgabe der Publikation «Wirtschaft Zug» wird ausgeführt, dass eine 4?-Zimmer-Wohnung bereits ab 1600 Franken zu haben ist. Dabei wird auf Anmeldeformulare verwiesen. «Wir wurden richtiggehend überrannt. Zwischen 50 und 100 Anmeldungen sind bei uns schon eingegangen», sagt Keiser.

Zirkus und Co-Working-Spaces

«Wir sind mit dem Ausgang sehr zufrieden», sagt auch Andreas Jäger, Projektleiter bei Implenia, die im Baarer Teil als Investorin auftritt. «Wir freuen uns über die Zustimmung im Stadtparlament und dass das Stimmvolk nun noch zu Wort kommt.» Auch die Investorin zeigt sich für die Abstimmungen zuversichtlich, nicht zuletzt, weil man zahlreiche positive Rückmeldungen zum Projekt erhalten habe. Dies nach dem Aufruf, den die Implenia im Sommer gestartet und die Bevölkerung aufgefordert hatte, sich aktiv an der Quartiergestaltung zu beteiligen. «Wir sind sehr positiv überrascht, wie viele Rückmeldungen wir bekommen haben. Es hat uns gezeigt, dass ein hohes Interesse am Projekt besteht», sagt Jäger. Dass die Offensive von Implenia Wirkung gezeigt hat, ist auch dem jüngsten Newsletter zu entnehmen, den die Implenia in diesen Tagen in die Zuger und Baarer Haushalte verschickt hat. So äussert darin Barbara Morf, Präsidentin des Zuger Vereins «Let’s Talk», Ideen für die Erdgeschossnutzungen. Sie möchte mit sogenannten Co-Working-Spaces – das sind Arbeitsplätze, die von mehreren Personen geteilt werden – sowie Pop-up-Gastronomie – also wechselbaren Angeboten – das Quartier beleben. Auch der Kinder- und Jugendzirkus Grissini mit seiner Zirkusschule ist gemäss dem Newsletter ein möglicher Kandidat für die Räume. Bei diesen beiden Interessenten bereits von konkreten Projekten zu sprechen, sei selbstverständlich noch etwas früh. Aber: «Wir stehen weiter im Kontakt und nehmen auch erste Abklärungen vor, wie diese Ideen dann umgesetzt werden könnten. Auch wir wollen ein Quartier, das lebt», betont Jäger.

Heute wird der Termin festgelegt

Auf Behördenseite macht man mit der Planung vorwärts. Heute Donnerstag treffen sich Vertreter aus Zug und Baar, um die weiteren Schritte zu besprechen. Dabei geht es unter anderem darum, ob definitiv in beiden Gemeinden am 12. Februar abgestimmt wird. Langenegger: «Für uns wäre das ideal. Wir sind bis dahin bereit.» Und auch die Stadt hat am Dienstag von einem Termin im Februar gesprochen.

Samantha Taylor

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